Gesundheitswerbung wird strenger

9. Oktober 2007, 14:51
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Ab 1. Juli sollen Angaben auf Produkten für Konsumenten nicht mehr verwirrend sein - Die EU führt Nährwertprofile für Verpackungen ein

Mit 1. Juli werden EU-weit Nährwertprofile auf Lebensmittelpackungen eingeführt. So soll als "gesund" angepriesenen Produkten, die der vermeintliche Glanz genommen werden. Die Hersteller haben noch bis 2009 Zeit, Werbung und Verpackungen an das neue Gesetz anzupassen. Geregelt wird die Gestaltung der neuen Angaben durch die "Verordnung über die Verwendung von nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben über Lebensmittel" (Health-Claim-Verordnung). Hersteller müssen künftig wissenschaftlich nachweisen, was sie auf die Verpackungen schreiben. Eine gesundheitsbezogene Angabe ist zum Beispiel "Kalziumreich - Kalzium ist gut für Knochen und Zähne", das Produkt muss dann einem vorgeschriebenen Nährwertprofil entsprechen.

Kundenfreundlich

Der Vorteil für Konsumenten: Nährwertprofile sollen dafür sorgen, dass trotz einer gesundheitsfördernden Eigenschaft gleichzeitig der Gehalt eines gesundheitlich eher ungünstigen Nährstoffs wie Fett, Zucker oder Salz nicht überschritten wird. Süßigkeiten, die zum Beispiel mit Vitaminzusätzen werben, müssen nun ebenso deutlich und in derselben Schriftgröße den Hinweis auf den Zuckergehalt tragen. Ausnahmen gibt es für unverarbeitete Lebensmittel wie Fleisch, Milch, Obst oder Gemüse. Verboten sind nach dem 1. Juli Aussagen, wie "Ballaststoffe schützen vor Herzinfarkt". Erlaubt sind hingegen Aussagen über eine mögliche Reduzierung eines Krankheitsrisikos.

Die ersten Vorgaben der Verordnung müssen ab 1. Juli umgesetzt sein. Folgende drei Angaben werden auf den Etiketten zu finden sein: Ein Hinweis auf die Wichtigkeit einer ausgewogenen Ernährung, ein Warnhinweis, nicht zu viel von gewissen Produkten zu essen, Zusatz-Kennzeichnungsvorschriften gelten außerdem für Nahrungsergänzungen. (red)

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    foto: derstandard.at/schersch
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