"Zukunft ist, was wir daraus machen"

1. Juli 2007, 17:00
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Mögliche Fallen, in die wir dabei tappen können, erläutert Peter Zellmann in seinem Buch "Die Zukunftsfallen"

Das Buch gibt Denkanstöße und zeichnet mögliche Zukunftsszenarien sowohl für die Gesellschaft als auch für jeden Einzelnen. Laut Zellmann befindet sich unsere Gesellschaft derzeit in einer Zeitenwende. Nach dem 200 Jahre dauernden Industriezeitalter stehen wir jetzt am Übergang in ein neues Zeitalter - von der industriellen Produktion zur Dienstleistung. Der Faktor "Zeit" wird dabei eine immer größere Rolle spielen.

Welche gesellschaftlichen Veränderungen damit einhergehen können, skizziert Zellmann anschaulich anhand von vierzehn möglichen "Zukunftsfallen". So wird der gerne als Bedrohung verwendete Begriff der "alternden Gesellschaft" genauer betrachtet und werden "Wahrheitslügen" richtig gestellt.

Ein wichtiges Kapitel widmet Zellmann den möglichen wirtschaftlichen Veränderungen. Schlagworte wie Freizeit- oder Spaßgesellschaft werden kritisch hinterfragt. Denn in einer entstehenden Dienstleistungsgesellschaft wird Zeit zu einem immer wichtigeren Faktor. Dienstleistungen wurden in unserer Gesellschaft zum überwiegenden Teil von Frauen erbracht. Welchen Einfluss das auf unsere Gesellschaft und die Rolle der Frau haben kann und wo mögliche Fallen verborgen sind, versucht Zellmann auch anhand von Philosophen und Theoretikern, wie Hobbes, Kant oder Liessmann zu erläutern.

Ein Großteil der Bevölkerung ist um ein möglichst ausgewogenes Verhältnis zwischen Beruf und Freizeit bemüht. Ein weitaus kleinerer Teil stellt weiterhin kompromisslos die Arbeit in den Mittelpunkt. Viele dieser Opinion Leader, Politiker, Pädagogen und Führugnskräfte entscheiden aber nach wie vor über andere. So wird beispielsweise seit dreißig Jahren über die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit von Ganztagsschulen diskutiert, der gesellschaftliche Rahmen schlägt aber einen eindeutigen Weg vor.

Die Wirtschaft hat zum Teil die Chancen zur Neuorientierung bereits erkannt und - allerdings einseitig - umgesetzt. Neue Arbeitsformen und -modelle haben sich längst etabliert. Diese Veränderungen müssen aber auch auf alle anderen Lebensbereiche übertragen werden, vom Kindergarten bis zur Pensionsvorsorge.

Halbwahrheiten und unhinterfragte Scheingewissheiten täuschen Sicherheit vor und lassen uns genau aus diesem Grund in "Zukunftsfallen" tappen. Eine Möglichkeit diese Fallen zu vermeiden, ist den gesunden Menschenverstand einzusetzen und skeptisch zu sein. "Ich gebe Ihnen einen Denkanstoß, kann Ihnen aber nicht die Weisheit geben, den Nutzen daraus zu ziehen. So weise bin ich nämlich nicht." (frei nach Francoise de La Rochefoucauld) (ost)

Prof. Mag. Peter Zellmann ist wissenschaftlicher und administrativer Leiter des Wiener Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung und Verfasser der jährlichen "Österreichischen Tourismusanalyse" sowie des jährlichen "Freizeitmonitors". 2005 erschien sein viel beachtetes Werk "Die Zukunftsgesellschaft" (gem. mit Horst W. Opaschowski).
  • Peter Zellmann
Die Zukunftsfallen
Wo sie sich verbergen. Wie wir sie umgehen.
Österreichische Verlagsgesellschaft 2007
    buchcover

    Peter Zellmann
    Die Zukunftsfallen
    Wo sie sich verbergen. Wie wir sie umgehen.
    Österreichische Verlagsgesellschaft 2007

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