A-Tec stockt bei Cumerio weiter auf

3. Juli 2007, 20:02
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Kovats-Gruppe hält bereits 17,5 Prozent am belgischen Kupferproduzenten und kann damit eine Fusion mit der Norddeutschen Affinerie verhindern

Der Machtkampf zwischen der Kupferhütte Norddeutsche Affinerie (NA) und ihrem Großeigner A-Tec verschärft sich. Der österreichische Mischkonzern des Industriellen Mirko Kovats stockte am Freitag zunächst seinen erst zwei Tage zuvor erworbenen Anteil an dem belgischen Kupferhersteller Cumerio von knapp unter fünf auf 11,9 Prozent auf. Wenige Stunden später erhöhte A-Tec den Anteil sogar auf 17,5 Prozent.

Fusion kann verhindert werden

Auf Cumerio hat die Norddeutsche Affinerie selbst ein Auge geworfen. Sie bietet für die Belgier 30 Euro je Aktie und hielt zuletzt mehr als zehn Prozent. Laut "Presse" (Samstagsausgabe) ist Kovats jetzt in der Lage, eine deutsch-belgische Fusion zu verhindern.

A-Tec betrachte den Erwerb "als langfristiges strategisches Investment", hieß es in Richtung der deutschen Konkurrenten. A-Tec hatte sich überraschend mit zehn Prozent bei der NA eingekauft. Offenbar sind Kovats die 777 Mio. Euro, den NA in Summe für Cumerio zu zahlen bereit ist, zu teuer, weshalb er die Übernahme nicht unterstützt. "Wir sind bei der Norddeutschen Affinerie Großaktionär, und ich wünsche, gehört zu werden", so Kovats' Botschaft zuletzt an die Deutschen.

Gespräch gesucht

Die Führung der NA sucht nun das Gespräch mit Kovats. Dieses solle zeitnah stattfinden, sagte ein Sprecher von Europas größter Kupferhütte in Hamburg. NA-Chef Werner Marnette sagte "Euro am Sonntag" laut Vorabbericht, er selbst werde demnächst mit dem A-Tec-Gründer sprechen. Dessen Vorgehen sehe er neutral.

Ob die Hamburger nun ebenfalls bei Cumerio zukaufen wollen oder das schon getan haben, ließ der NA-Sprecher offen. Melden müsste sie das erst bei Erreichen der nächsten Schwelle von 25 Prozent. Die NA will mindestens 80 Prozent an Cumerio erwerben.

Brixlegg: Keine Abspaltung geplant

Kovats hat am Freitag in einer Aussendung im Übrigen betont, dass eine Abspaltung der Division Metall bei den von ihm gehaltenen Montanwerken Brixlegg nicht in Frage komme. A-Tec werde von der durch die jüngsten Akquisitionsschritte erlangte Marktposition inmitten der Konsolidierung des europäischen Kupfersektors "stark profitieren", heißt es in der Mitteilung. (APA)

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