Gül: Ankara verfügt über detaillierten Nordirak-Einmarschplan

11. Juli 2007, 16:31
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Ultimatum Ankaras an USA - Bagdad und USA sollen gegen 4.000 kurdische Rebellen vorgehen

Ankara - Die Türkei hat nach den Worten ihres Außenministers Abdullah Gül detaillierte Pläne für eine Invasion in die Kurdengebiete im Nordirak ausgearbeitet. Es gebe in dieser Angelegenheit eine enge Abstimmung zwischen dem Militär und der Regierung, zitierte die Zeitung "Radikal" am Freitag den Minister. Sein Land werde selbst aktiv werden, sollten die US-Truppen und das irakische Militär es nicht schaffen, gegen die kurdischen Rebellen vorzugehen. Die US-Regierung hatte den NATO-Partner Türkei aufgefordert, nicht in den Nordirak einzumarschieren.

Generalstabschef Yasar Büyükanit war zuletzt wieder für Militäroperationen im Nordirak eingetreten. Ankara hat die von den USA unterstützte Regierung in Bagdad wiederholt aufgefordert, gegen die schätzungsweise 4000 kurdischen Rebellen der verbotenen Separatistengruppe PKK (Kurdische Arbeiterpartei) im Nordirak vorzugehen. Diese nutzen das Grenzgebiet als Rückzugsraum, von dem aus sie Operationen in der Türkei organisieren. Büyükanit hatte auf Äußerungen des irakischen Kurdenpolitikers Massud Barzani Bezug genommen. Dieser hatte gedroht, die Kurden in der Türkei aufzustacheln, falls sich die Türkei in den Streit um die nordirakische Ölstadt Kirkuk einmischen sollte. Ankara befürchtet, dass eine kurdische Kontrolle über die an Ölvorkommen reiche Region um Kirkuk zur Entstehung eines auch wirtschaftlich lebensfähigen kurdischen Separatstaates im Nordirak führen könnte.

Eigenständiges Gebiet

Die Kurden verfügen seit 1991 über ein de facto eigenständiges Gebiet innerhalb der irakischen Staatsgrenzen. In den Provinzen Arbil, Sulaimaniya und Dohuk entstand unter westlichem Schutz eine kurdische Selbstverwaltung, auf die Bagdad keinen Zugriff hatte. Abgesichert wurde sie von den USA und Großbritannien, die das Gebiet nördlich des 36. Breitengrades zur "Flugverbotszone" erklärt hatten.(APA/Reuters/AFP)

  • Außenminister Abdullah Gül und sein Stabchef General Yasar Buyukanit
    foto: epa/str

    Außenminister Abdullah Gül und sein Stabchef General Yasar Buyukanit

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