Wiener Landtag: Trapezförmige Dachausbauten wieder erlaubt

24. Juli 2007, 15:54
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Beschluss mit Stimmen von SPÖ und ÖVP nach VwGH-Erkenntnis

Wien - Der Wiener Landtag hat am Donnerstag eine Novelle der Bauordnung beschlossen, die erneut großflächige Dachausbauten erlaubt. Vorausgegangen war eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs (VwGH), der trapezförmige Projekte mit einem Dachflächen-Winkel von 45 Grad in bestimmten Fällen unterband. Die Reparatur des strittigen Passus erfolgte mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP.

Durch das zu Jahresbeginn ergangene VwGH-Erkentnis wäre in der Regel statt einer Trapezform nur noch eine Dreiecksform als Dachumriss möglich gewesen. Dies hätte das größtmögliche Volumen von Dachausbauten massiv schrumpfen lassen. Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) kündigte wenig später eine Regelung an, mit der die alten Kubaturen wieder ermöglicht werden sollten.

Stein des Anstoßes war Paragraf 81, Absatz 4 der Wiener Bauordnung. Dieser regelte zwar, dass der Winkel 45 Grad (in Gartensiedlungen 25 Grad) betragen darf. Im letzten Satz wurde aber darauf verwiesen, dass im Bebauungsplan besondere Bestimmungen über die Höhe oder die Form der Dächer festgesetzt werden können, worauf dann der dieser Festsetzung entsprechende Winkel für die Bildung des Gebäudeumrisses maßgebend war. Für den VwGH reichte dies aus, um einer Beschwerde eines Nachbarn gegen einen Dachausbau in Döbling stattzugeben.

Mit der Novelle wird nun klar zwischen Dachhöhe und Winkel unterschieden. Die Regelung mit 45 bzw. 25 Grad gilt damit auch dann, wenn der Bebauungsplan eine besondere Bestimmung über die Höhe enthält. Nur wenn eine bestimmte Dachneigung festgesetzt ist, muss der sich daraus ergebende Winkel für den zulässigen Gebäudeumriss herangezogen werden.

Die ÖVP stimmte bei der Novelle mit. Gemeinsam mit der SPÖ beantragte sie aber auch eigene Regelungen für sensible Zonen Wiens. Der Antrag wurde dem Wohnbauausschuss zugewiesen. Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) Ludwig kündigte an, im Herbst eine breite Diskussion für Änderungen der Bauordnung starten zu wollen. (APA)

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