Alice Schwarzer findet lobende Worte für Benedikt XVI.

25. Juli 2007, 14:38
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Feministin bewertet Position gegen Islamismus als positiv - Negativ sei nach wie vor Einstellung zu Sexualthemen

München - Die deutsche Frauenrechtlerin Alice Schwarzer hat sich als interessierte Beobachterin des Pontifikats von Benedikt XVI. geoutet. Er sei der erste Papst, der sie neugierig mache, sagte Schwarzer in einem Interview mit der "Bunten" Illustrierten laut Kathpress vom Donnerstag. So handle es sich bei Benedikt XVI. um einen Deutschen mit hoher Sensibilität für die Verbrechen der Nazizeit; und im Gegensatz zu seinem Vorgänger Johannes Paul II. sei er ein Intellektueller.

Sich selbst bezeichnete die 64-jährige, die Ende der sechziger Jahre aus ihrer Kirche ausgetreten war, als "Kultur-Christin protestantischer Prägung". Sie sei jedoch nicht gläubig.

Pro und Contra

Als positiv bewertete Schwarzer, dass Benedikt XVI. versuche, dem islamischen Fundamentalismus etwas entgegenzustellen. Seine für Aufregung sorgende "Regensburger Vorlesung" halte sie nicht für ein Missgeschick, "sondern für eine sehr genau überlegte politische Provokation". Die Kritik an der Gewalt im Namen Gottes findet Schwarzer "sehr gut".

Schwarzer warf der Kirche jedoch vor, immer noch das Thema Sexualgewalt und die Folgen völlig auszublenden. Dazu gehörten AIDS, ungewollte Schwangerschaften und Abtreibungen. So gebe es jährlich 70.000 Frauen weltweit, die an illegalen Abtreibungen sterben. (APA)

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    Als "Kultur-Christin protestantischer Prägung" lobt Schwarzer nun auch den Papst für dessen Stellungsnahme gegen den Islamismus.
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