EU-Roaming: Österreichische Betreiber wollen "maximale Fristen ausschöpfen"

30. Juli 2007, 14:38
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Rübig kritisiert schleppende Umsetzung der Roaming-Verordnung

Der ÖVP-Europaabgeordnete und federführende Berichterstatter des Europaparlaments, Paul Rübig, hat die schleppende Umsetzung der EU-Roaming-Verordnung zur Senkung der Handy-Auslandstarife in Österreich kritisiert. "Die Telekoms haben untereinander geklärt, dass sie die maximalen Fristen ausschöpfen", sagte Rübig am Donnerstag in Brüssel.

Wenn die Deutschen 10 Millionen Kunden am 1. Juli umstellen können, stellt sich die Frage, warum man in Österreich bis zur letzten Minute pokert"

Rübig verwies darauf, dass T-Mobile in Deutschland bereits den geschützten Eurotarif ab Anfang Juli anbietet. "Wenn die Deutschen 10 Millionen Kunden am 1. Juli umstellen können, stellt sich die Frage, warum man in Österreich bis zur letzten Minute pokert", so der Europaabgeordnete. Eine Ausnahme sei auch "3"-Eigentümer Hutchison, der zumindest im eigenen Netz die Roaming-Gebühren abgeschafft habe.

"Das Kleingedruckte"

Bei speziellen Angeboten der Telekom-Betreiber warnt Rübig davor, auch "das Kleingedruckte zu lesen". So bewerbe A1 derzeit einen "Traveler"-Tarif. Mit dem Roaming-Paket sollen Kunden bis zu 50 Prozent an Kosten bei Gesprächen in Italien, Griechenland, Kroatien, Spanien, Malta, Zypern und der Türkei einsparen. Für aktive Gespräche in andere EU-Länder gelte aber mit 0,99 Euro ein weit höherer Minutentarif als der geschützte EU-Tarif. Außerdem sei das spezielle Paket nur bis 30. September anmeldbar. "Wenn sie den Tarif wählen, kriegen sie nicht mehr automatisch den Eurotarif angeboten", warnte Rübig.

Die EU-Roaming-Verordnung tritt an diesem Samstag in Kraft. Mobilfunkanbieter müssen allen ihren Kunden bis spätestens 30. Juli den geschützten Eurotarif anbieten, der erstmals Preisobergrenzen gesetzlich vorschreibt. Kunden, die innerhalb der ersten vier Wochen reagieren und sich für den EU-Schutz entscheiden, können den Eurotarif ab spätestens 30. August nutzen. Wer nicht reagiert, sollte von der automatischen Umstellung auf den Eurotarif bis spätestens 30. September profitieren.

drei Jahre

Die Roaming-Verordnung ist auf drei Jahre befristet. Die Preise für aktive Auslandsanrufe werden im ersten Jahr mit maximal 49 Cent (alle ohne Mehrwertsteuer), im zweiten Jahr bei 46 Cent und im dritten Jahr bei 43 Cent beschränkt. Für empfangene Anrufe im EU-Ausland gelten demnach Obergrenzen von 24, 22 und 19 Cent. Die Großhandelspreise unter den Netzbetreibern werden in den drei Jahren auf 30 Cent, 28 Cent und 26 Cent begrenzt.(APA)

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