Mitarbeitervorsorgekassen 2006 mit geringer Rendite

24. Juli 2007, 13:39
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OeNB: Nach Kosten reale Performance von nur 1,4 Prozent - Deutlich unter den Erwartungen des Gesetzgebers

Wien - Die neun österreichischen Mitarbeitervorsorgekassen (MVK), die seit 2003 die Abfertigungsgelder der Arbeitnehmer verwalten und veranlagen, haben 2006 - nach Abzug der Kosten für die Vermögensverwaltung - nur eine reale Performance von rund 1,4 Prozent erzielen. "Insgesamt blieben die Renditen deutlich unter den Erwartungen des Gesetzgebers, die bei einem langfristigen Durchschnitt von rund 6 Prozent p.a. nominell (und nach Berücksichtigung alle Kosten) lagen", kritisierte die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) in ihrem jüngsten Finanzmarktstabilitätsbericht.

Laut Nationalbank erreichte die Performance der MVK im Vorjahr - ohne Berücksichtigung der Kosten für die Vermögensverwaltung - nominell 3,5 Prozent und real 2,1 Prozent. 2004 wurden 4,6 bzw. 2,5 Prozent und 2005 nominell 5,5 und real 3,2 Prozent erwirtschaftet. Die MVK lassen dabei vor allem von Kapitalanlagegesellschaften (KAG) veranlagen.

23 Millionen Abfertigungen

"Angesichts der erzielten Renditen und möglichen Konsumbedürfnisse hat sich bisher etwa die Hälfte der Anspruchsberechtigten gegen eine Weiterveranlagung bei einer MVK entschieden", so die Nationalbank. 23 Mio. Euro an Abfertigungen mussten deshalb ausbezahlt werden.

Vertreter der MVK machten für die geringen Renditen zuletzt immer wieder die kurze Liegedauer von drei Jahren verantwortlich. Eine Verlängerung auf fünf Jahre würde eine höhere Rendite ermöglichen. Um wegen der steigenden Auszahlungen genügend Geld flüssig zu haben, werde derzeit nur zwischen 15 und 20 Prozent in Aktien investiert statt der erlaubten bis zu 40 Prozent. Gleichzeitig sei derzeit eine Veranlagung in Anleihen sehr unattraktiv, hieß es.

Die Bilanzsumme der neun MVK ist 2006 auf 1,2 Mrd. Euro gestiegen, ein Plus von fast 60 Prozent. Das Volumen der Abfertigungsanwartschaften stieg von 696 auf 1,1 Mrd. Euro. Die drei größten Anbieter kontrollieren drei Viertel des Marktes, gemessen an den Verträgen mit Dienstgebern. Es wurden 4,5 Millionen Anwartschaftszeiten mit 2,1 Millionen Personen begründet. (APA)

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