Erstmals Neugeborenes in Salzburger Babyklappe abgegeben

25. Juli 2007, 14:24
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Einrichtung seit sechs Jahren ungenutzt - Verzweifelte Mutter hofft, dass ihr Sohn glücklich wird

Salzburg - Die Babyklappe am Landesspital St.-Johann in Salzburg wurde am Mittwoch zum ersten Mal von einer verzweifelten Mutter benutzt: Die Hebammen fanden den kleinen Mark und einen Brief der Mutter. "Ich würde das Kind gerne behalten, aber ich kann nicht. Ich wünsche mir, dass mein Bub glücklich wird", berichteten Salzburger Medien am Donnerstag.

Seit Einführung der Babyklappe im August 2001 im St.-Johanns-Spital an der Lindhofstraße hatte die Überwachungskamera nur Schaulustige gefilmt. Mittwochvormittag wurde aber eine Frau aufgenommen, die lange gezögert hatte, bevor sie ihr Baby hinter das Klappfenster legte - ihr dürfte die Entscheidung sichtlich schwer gefallen sein. Das "Babynest" soll helfen, dass heimlich geborene Kinder die beste medizinische Versorgung bekommen. Erste Untersuchungen ergaben, dass es dem sieben Tage alten Mark gut geht.

Neues Zuhause

Im hinterlassenen Brief erhoffte sich die Mutter, dass das Kind einen guten Platz bekommt und dass es geliebt wird. Mark wurde in das Kinderspital gebracht und wartet nun auf ein neues Zuhause. Nach der Verständigung des Jugendamtes, kommt das Findelkind zuerst in Pflege. Rein rechtlich kann das gefundene Baby erst nach sechs Monaten zur Adoption frei gegeben werden.

Neben der Option "Babynest" können werdende Mütter im Krankenhaus St.-Johann ihr Kind auch anonym auf die Welt bringen und das Baby zur Adoption freigeben. So ist das Baby von Anfang an in medizinischen Händen und wird bestens versorgt. (APA)

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