Zunehmend "Wohlstandskrankheiten" in armen Ländern

6. Juli 2007, 18:43
5 Postings

Bericht der Weltbank: Lebensstil verändert sich in Richtung höheren Zigarettenkonsum, schlechte Ernährung und mangelnde Bewegung

Washington - Sogenannte "Wohlstandskrankheiten" wie Krebs, Diabetes, Fettleibigkeit und Herzerkrankungen werden laut einem Bericht der Weltbank bis zum Jahr 2015 die häufigsten Todesursachen in Entwicklungsländern sein. Bisher nehmen diesen Platz übertragbare Krankheiten wie Malaria, Aids und Tuberkulose ein. Die Regierungen dieser Länder müssten sich der Schwierigkeiten bewusst sein, die dieser Trend mit sich bringe, erklärte die Weltbank in dem am Mittwoch in Washington veröffentlichten Bericht.

Sie müssten versuchen, den Trend mit Hilfe von vorbeugender Medizin abzuwenden und sich auf neue Lasten für ihre Staatshaushalte und das Gesundheitswesen vorzubereiten. Der Bericht sagt eine steigende Lebenserwartung für alle Altersgruppen, niedrigere Geburtenraten und eine bessere Kontrolle von Infektionskrankheiten voraus. Ein sich verändernder Lebensstil mit höherem Zigarettenkonsum, schlechter Ernährung und mangelnder Bewegung werde aber dazu führen, dass alltägliche Erkrankungen zum großen Problem würden.

Tabaksteuern seien vermutlich der wirksamste Weg, Menschen vom Rauchen abzubringen, heißt es in dem 188-seitigen Bericht. Damit werde zugleich das Auftreten von Krebs, Herzerkrankungen und anderen chronischen Krankheiten verringert. Außerdem stiegen damit die Steuereinnahmen. Ein Werbeverbot für Zigaretten, gesundheitliche Aufklärung und ein Rauchverbot an öffentlichen Orten seien in Entwicklungsländern preiswerte und wirksame Mittel der Gesundheitsvorsorge. (APA/AP)

Share if you care.