BA-CA: Industriekonjunktur lässt nach

26. Juli 2007, 15:32
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Im Juni erstmals weniger Auslandsaufträge - Experte Kager: "Industrie bleibt auf Expansionskurs, aber Tempo geht zurück"

Wien - Erstmals seit zwei Jahren verzeichnete Österreichs Industrie im Juni weniger Auslandsaufträge. Die Auftragseingänge insgesamt wuchsen Dank der inländischen Aufträge zwar noch weiter, aber mit deutlich geringerem Tempo. Auch für die zweite Jahreshälfte sei eine weitere Tempoverlangsamung zu erwarten, so die Ökonomen der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA).

Der BA-CA-Einkaufsmanagerindex (EMI) ist nach dem leichten Anstieg im Mai im Juni wieder leicht gefallen. "Österreichs Industrie bleibt auf Expansionskurs, das Tempo geht aber wieder zurück", so die Chefvolkswirtin der BA-CA, Marianne Kager, am Donnerstag in einer Presseaussendung.

"Das niedrigere Wachstums der Auftragseingänge hat sich im Juni aber noch nicht auf das Output-Wachstum niedergeschlagen", so BA-CA-Ökonom Stefan Bruckbauer. Das Produktionswachstum konnte sogar gegenüber dem Mai etwas zunehmen. Trotzdem liegt der Wert deutlich unter dem Durchschnitt des Jahres 2006.

Sinkende Auslandsauträge

Im Einklang mit der Output-Entwicklung steht auch die Beschäftigung, der Index fiel zwar leicht, liegt aber noch immer über 50 und weist somit auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin. Weiterhin stark steigend präsentieren sich die Einkaufspreise. Die von den befragten Industriebetrieben gemeldeten Verkaufspreise wiederum bestätigen das Bild einer guten, aber nachlassenden Konjunkturdynamik, heißt es. Der Index für die Verkaufspreise sank auf 53, den niedrigsten Wert seit März vergangenen Jahres. Entsprechend der nachlassenden Nachfrage haben die Industriebetriebe auch ihre Vormateriallager erneut weniger stark aufgefüllt als in den letzten Monaten.

Für das zweiten Halbjahr 2007 erwarten die Ökonomen der BA-CA einen weiteren Rückgang der Industriekonjunktur. "Sinkende Auslandsaufträge und nur mehr wenig steigende Gesamtauftragsbestände deuten zwar eine nachlassende Konjunktur für das zweite Halbjahr an, jedoch keinen Einbruch", so Bruckbauer. Dank des guten ersten Halbjahres dürfte dabei 2007 insgesamt wieder ein sehr gutes Jahr für die österreichische Industrie werden. (APA)

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