Werbeschlacht: Neutralitätsflieger statt Sozialfighter

9. Juli 2007, 14:01
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SPÖ inseriert gegen "ÖVP-Kampfbomber" - Gegenkampagne: "Hier landet mein Wahlversprechen" - Missethon: Enttäuschte SPÖ-Anhänger

Wien - "Die SPÖ wird die Eurofighter stornieren" hatte die SPÖ im Wahlkampf versprochen - und "Sozialfighter statt Eurofighter" inseriert. Weil es nun doch anders gekommen ist, rühren die Sozialdemokraten jetzt wieder die Werbetrommel. Neuer Slogan, am Mittwoch per Inserat in mehreren Tageszeigungen verbreitet: "Neutralitätsflieger statt ÖVP-Kampfbomber!" Doch auch die Konkurrenz schläft nicht: Eine "Plattform Versprochen Gebrochen" hält mit dem hämischen Slogan "Hier landet mein Wahlversprechen" dagegen. Die ÖVP will damit offiziell nichts zu tun haben.

Kalina: "Viele Unwahrheiten" über Jet-Deal

Die SPÖ will ihre "Informationsoffensive" nun noch "ein paar Tage" fortsetzen, kündigt Bundesgeschäftsführer Josef Kalina gegenüber der APA an. Schließlich würden in der letzten Zeit "viele Unwahrheiten" über den Eurofighter-Deal verbreitet. "So sparen wir 400 Millionen Euro Steuergeld", titelt die SPÖ in ihren Inseraten und verspricht, das Geld in Bildung und Gesundheit zu investieren. Kalina verteidigt die Kampagne: "Immerhin geht es um die größte Einsparung im Budget. Finanzminister Molterer hat selbst bisher keine größeren Einsparungen zustande gebracht."

ÖVP hat mit Anti-SPÖ-Kampagne angeblich nichts zu tun

Unklar ist vorerst, wer hinter der Anti-SPÖ-Kampagne steckt. Auf den Inseraten der "Plattform Versprochen Gebrochen" ist ein lächelnder Kanzler Alfred Gusenbauer zu sehen, daneben ein Eurofighter auf der Landebahn. Slogan: "Hier landet mein Wahlversprechen." Kalina vermutet die Urheber im Umkreis der Volkspartei, in der ÖVP-Zentrale will man damit aber offiziell nichts zu tun haben.

Missethon hält Inserate für "hinausgeschmissenes Geld"

ÖVP-Generalsekretär Hannes Missethon dementierte, dass die ÖVP mit dem Anti-SPÖ-Inserat etwas zu tun hat. "Das schließe ich aus", sagte Missethon gegenüber der APA. Er hält sowohl das Inserat der SPÖ als auch jenes der "Plattform Versprochen Gebrochen" für "hinausgeschmissenes Geld, weil ohnehin jeder Taferlklassler weiß, dass die SPÖ ein Wahlversprechen gebrochen hat". Er vermutet hinter dem Inserat enttäuschte SPÖ-Anhänger. (APA)

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