Neue Gefechte im Norden

9. Juli 2007, 10:49
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Sicherheitskreise: Sechs Tote bei Armeerazzia unweit von Tripoli

Tripoli - Im Nordlibanon sind am Donnerstag bei neuerlichen Gefechten mit der Armee nach Angaben aus Sicherheitskreisen sechs mutmaßliche Extremisten getötet worden. Diese waren aus ihrer Hochburg in der palästinensischen Flüchtlingssiedlung Nahr al-Bared vertrieben worden. Mindestens drei von ihnen seien Ausländer. Zwei Regierungssoldaten wurden leicht verletzt. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Ortschaft Kalamoun begannen am frühen Morgen, nachdem das Militär zuvor in der Gegend eine Razzia eingeleitet hatte.

Kalamoun liegt unweit der Hafenstadt Tripoli, der zweitgrößten Stadt des Landes, wo es in der vergangenen Woche zu ähnlichen Gefechten zwischen Soldaten und bewaffneten Kämpfern gekommen war. Insgesamt wurden im Nordlibanon bei Kämpfen zwischen der Armee und Kämpfern der sunnitischen Extremistengruppe Fatah al-Islam seit dem 20. Mai mindestens 194 Menschen getötet, die Gefechte vom Donnerstag noch nicht berücksichtigt.

Die libanesische Armee hatte am vergangenen Wochenende Nahr al-Bared wieder unter Beschuss genommen, nachdem Verteidigungsminister Elias Murr bereits das Ende des wochenlangen Militäreinsatzes verkündet hatte. Die meisten der 40.000 Bewohner des Lagers nahe Tripoli waren geflohen, nur rund 2000 zurückgeblieben. Im Libanon leben mehrere hunderttausend palästinensische Flüchtlinge und ihre Nachfahren unter zumeist erbärmlichen Bedingungen.

(APA/Reuters/AP)

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