Gaddafi schlägt afrikanische Armee mit zwei Millionen Mann vor

Redaktion, 30. Juni 2007, 23:45
  • Artikelbild
    foto: reuters/gnago

    Muammar Gaddafi, Revolutionsführer

Libyscher Führer will enge Afrikanische Union

Abidjan - Der libysche Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi hat im Vorfeld eines AU-Gipfeltreffens die Idee einer afrikanischen Armee von zwei Millionen Soldaten ins Spiel gebracht. Gaddafi skizzierte am Mittwochabend vor hunderten Jugendlichen in Abidjan an der Elfenbeinküste seinen Plan zur Schaffung der Vereinigten Staaten von Afrika.

"Eine einzige afrikanische Regierung, eine einzige afrikanische Armee, um Afrika mit einer Truppenstärke von zwei Millionen Mann zu verteidigen. Eine Währung, ein Pass. Accra muss diese Botschaft hören", sagte er. In der ghanaischen Hauptstadt Accra beginnt am 1. Juli das Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU). (APA/Reuters)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 69
1 2
Wolfrider
12

eine natürliche Reaktion auf die Bedrohung durch die in der EU-Verfassung vorgesehene EU-Armee, die permanent Kriege führen soll.

tramezzino
11
28.6.2007, 16:15
lustiger vorschlag vom gadhaffi

ungefähr gleich realistisch wie "weltfriede" oder "e-klasse" für alle...

aber vielleicht gibt´s noch ein paar eingrauchte, die ihm das abnehmen.

sanginius
11
28.6.2007, 15:26
Africa unite!

zeit wirds

uni kum
04
28.6.2007, 14:59

Das ist sicher das, was Afrika am dringendsten braucht.

ei padauz
52
28.6.2007, 15:23

politische stabilität? einigung? starke vertretung der eigenen interessen nach aussen? ja, das braucht afrika. wenn da eine - verhältnismäßig kleine ordnungsmacht hilft, etwa ein gewaltmonopol aufzubauen, warum nicht?

birka
20
28.6.2007, 16:10

ob da eine afrikanische Streitkraft so viel helfen wird... Die politische Stabilität muss in den jeweiligen Ländern von Innen kommen, von außen kannst Demokratie nicht ohne weiteres aufzwingen (siehe Irak, Afganistan, etc). Bestenfalls kann eine Eingreiftruppe Bürgerkriege etwas befrieden, aber Diktatoren, extreme Korruption und Inkompetenz - das politische Hauptproblem in Afrika - wird so eine Truppe nicht bekämpfen können...

dd1213a12
01
Welche

Konzerne hinter den jeweiligen afrikanischen Machthabern stehen, wäre aber auch interessant zu wissen, oder?
Dann bekommt nämlich eine afrikanische Einheit, auch eine militärische, gleich einen ganz anderen Beigeschmack. Vor Allem für jene, die schamlos den gesamten Kontinent ausbeuten.
Dazu müßten die Afrikaner aber auch bereit sein, das Netz der Korruption aufzubrechen, das von global agierenden Konzernen und nur Eigeninteressen verfolgenden westlichen und östlichen Regierungen über den Kontinent gestülpt wurde.

ei padauz
01
28.6.2007, 19:26

im kongo gab es zum zeitpunkt seiner unabhägigkeit ca. 20(!) universitätsabgänger: wo sollten die dennn kompetenzen aufbauen, während alles, was irgendwie von wert ist, richtung europa verschifft wird?

im übrigen ging es mir darum, dass für das schaffen institutioneller rahmenbedingungen für die bekämpfung von korruption (zweifellos ein problem, aber nicht das größte) und das erwerben von kompetenzen eine gewisse stabilität notwendig ist. kernelement jeglicher stabilität ist ein klar eingehaltenes gewaltmonopol, dass werder die eu noch die uno dort zu schaffen im stande sind. vielleicht schafft es ja die au, da diese wohl besser akzeptiert wird als ex-kolonialmächte...

birka
00
29.6.2007, 08:35

dass Kompetenzen nicht von irgendwo kommen und dass ein Gewaltmonopol und Stabilität dringend notwendig sind ist schon klar. Aber zumindest mit dem Gewaltmonopol wird man sich von außen sehr schwer tun, egal ob EU, UNO, AU oder wer oder was auch immer. Würde das gut gehen wenn die AU Simbabwe stürmt um Mugabe abzusetzen? Wohl kaum, außerdem würde die AU sowieso nie so einen Schritt unternehmen. Selbst wenn ein Land sagt "bitte helft uns, wir werden von Rebellen bedroht" dann werden die Länder die die Rebellen unterstützen gegen einen AU-Einsatz Veto einlegen. Interessanter wären eventuell kontrollierte(!) Richtlinien gegen Korruption, AIDS etc die von Außen verlangt werden für zollfreien Handel (mit AU, EU, USA), Entwicklungshilfe u.ä.

sprung
 
02
28.6.2007, 17:31
"muss von innen kommen"

jein - teilweise stark fehlende bildung, die du da sehr eigenartig als "inkompetenz" bezeichnest, ist ein wichtiger punkt, aber gerade diktatoren und korruption werden massiv von aussen gefördert!

wenn die reicheren staaten und ihre firmen und akteure (hauptsächlich der westen, aber zb auch china) aufhören würden, diese zu schmieren und unterstützen (siehe chirac), würd die sache ganz anders aussehen!

silver surfer
11
28.6.2007, 19:31
das problem ist aber...

...dass man die akteure von aussen nicht dazu bringen kann damit aufzuhören.

china macht mit sudan riesen geschäfte. der sudan macht mit china auch grosse geschäfte und nebenbei passiert die tragödie in darfur sponsred by u.a. den geschäften zwischen chinesischen firmen und sudan...

keiner wird china dazu bringen davon abzukehren. sanktionen gegen china oder ein disput hätte auch für europa od. amerika fatale folgen...

d.h. es stehen gewisse interessen an erster stelle und die interessen der davon betroffenen gehen dabei unter...

ausserdem steht gadaffi nicht auf seiten derer die darfur als tragödie bezeichnen...

birka
01
28.6.2007, 17:50

ich sprech von politischer Inkompetenz. Z.B. "And the South African minister of health, a med-school graduate(!!!), advises those infected [with HIV] not to take anti-viral medication in favor of a mixture of garlic, lemon, potatoes and red beet." (von spiegel.de)
Dass HIV-Prävention aber auch in Afrika funktionieren kann zeigt zB Uganda, obwohl deren BIP/Kopf weniger als ein Zehntel von dem südafrikanischem ist..

ei padauz
03
28.6.2007, 14:54
(2)die postergemeine drischt klischees...

...durch ein gemenge endogener (mafiotische organisationen, warlordinteressen) und exogener ursachen (wer finanziert die warlords? wer zieht den produzierten mehrwert aus z.b. dem kongo ab?) verhindert wurde.

so etwas wie ein funktionierendes verteilungssystem, ein nach klaren regeln funktionierendes justizsystem (auch wenn halt islamische statt christliche werte die grundlage bilden) und möglichst geringe politische willkür sowie - das wichtigste - ein klares gewaltmonopol sind die bedingungen, dass sich etwas wie demokratie entwickeln kann. aber das ist ein langer prozess. wie erfolgreich dieser abgekürzt werden kann, sehen wir im irak oder in afghanistan.

Timagoras
 
01
28.6.2007, 16:42
gut dass wir da hingegen Libyen und dessen führer haben.

als leuchtendes vorbild.
Sie haben vollkommen recht.

ei padauz
01
28.6.2007, 19:05

was wollen sie? staatliche willkür ist relativ gering, das justitzsystem funktioniert - offiziell ist gadaffi ausserdem lediglich oberbefehlshaber der streitkräfte.

das eine derartige machtstellung einer person zu kritisieren ist, ist klar, aber die liberale demokratie europäischen zuschnitts funktioniert mit ausnahme südafrikas (und dort nur aufgrund der spezifischen geschichte) bisher in keinem afrik. land. natürlich wär mir lieber, die täten öfter wählen, aber im vergleich zum kongo liegt mir libyen näher.

die gescheiterten versuche der eu im kongo zeigen doch, dass von aussen recht wenig gegen derartige bürgerkriege getan werden kann, es wäre doch zu begrüßen, wenn afrika derartige problem intern selbst lösen könnte...

Bender Rodriguez
00


Daher wäre eventuell das Gegenteil sinnvoller, die friedliche (!) Teilung all dieser "künstlichen" Staaten die von Kolonialmächten erschaffen wurden, entlang ethnischer Linien oder zumindest eine weitestgehende Dezentralisierung der Macht.

Danach kann man ja danach trachten gemeinsame Interessen innerhalb einer größeren Organisation zu verfolgen.

Bender Rodriguez
00
wenn afrika derartige problem intern

Sie sitzen dem Fehler auf, Afrika als relativ homogenen Block zu sehen. So ähnllich wie Europa wo es eine gemeinsame Geschichte und eine gemeinsame Religion maßgeblich zumindest anfangs zur Integration beitrugen. (auch wenn das viele nicht wahrhaben wollen, aber Europa ist ein christlicher Klub der vor allem auf den daraus entstandenen werten wie der Aufklärung basiert.

In Afrika gibts nichts dergleichen. Warum sollen die verschiednen Ethinien im Kongo gerade islamische Araber als Ordnungsmacht akzeptieren?

Die Unterschiede sind hinsichtlich Religion, Geschichte etc weit größer als sie in Europa je waren.

Timagoras
 
00
28.6.2007, 22:46
"was wollen sie?"

nix.
eh alles super in Libyen.
und dass der gute freund vom Jörgl nach dem missglückten versuch, sich als herrscher des arabischen raumes aufzuschwingen, jetzt nach Afrika greift, ist auch nur logisch und konsequent(aus seiner sichtweise).
alles bestens!

ei padauz
00
28.6.2007, 23:07

naja, gadaffi verfolgt das au-projekt schon seit längerem (so ca.25-30 jahre...)

im übrigen sag ich ja nicht dass alles bestens ist, ich sag nur, dass es auch in dem, wie es besser sein könnte, abstufungen gibt. und manche sind erreichbar, andere nicht.

aber wenn eh alles bestens ist, kann ich ja beruhigt einschlafen.

i.CH
00
28.6.2007, 21:45

Gaddafi hätte wirklich langsam den Friedens-Nobelpreis verdient, wie der Yassir damals..

ei padauz
03
28.6.2007, 14:46
(1)die postergemeinde drischt klischees,...

...als wärs das orf-forum: stammesgesellschaften, jedes afrikan. land eine diktatur, alles islamisten, etc. auch die rechtschreibung bewegt sich auf dem niveau.

zugegegeben: gadaffi ist eine nicht unwitzige figur, aber er hat es in lybien geschaft, einen funktionierenden staat aufzubauen, mit einem durchaus spannenden "basisdemokratischen" konzept: am ehesten zu vergleichen mit der arbeiterselbstverwaltung im ehem. jugoslawien.

das afrikan. staaten funktionieren können, auch wenn sie nicht liberaldemokratischen standards genügen, kommt kaum einem in den sinn. insofern wäre eine stärkung der AU sehr zu befürworten, um so etwas wie staatlichkeit auch in gebieten wie etwa dem kongo zu schaffen, wo alle versuche durch ein gemenge

pepitant
10
28.6.2007, 16:04
Na, was glauben Sie,

warum Jugoslawien zerschlagen wurde ?

ei padauz
01
28.6.2007, 19:13
ok, wenn sie mit mir ot diskutieren wollen...

das problem in jugoslawien lag in der verfassung von 1974, die zwar so progressive sachen wie die arbeiterselbsverwaltung beinhaltete, aber gleichzeitig die teilrepubliken stärkte und die politische macht an ethnische kategorien knüpfte. damit war die eigentliche machtbasis für politiker nicht der bund, sondern die teilrepublik. wirtschaftlich begannen die probleme mit der unterminierung der nationalbank durch die teilrepubliken, politischer sprengstoff wurde dadurch geschaffen, dass kosovo und vojvodina auf bundesebene sebische positionen unterlaufen konnten, während kroatien und slowenien autonom agieren konnten und umverteilung zu ungunsten des wirt. schwachen serbien durchsetzen konnten. dazu kamen ö+d expansionsinteressen. noch fragen?

Zinnmo
 
01
28.6.2007, 14:41
Es muß klein anfangen

Einige Nachbarstaaten, zuerstr als Freihandelszone, danach als Wirtschaftsgemeinschaft. Hat bei der EU funktioniert, ist wohl der einzige Weg das zu machen.

halvar van flake
00
28.6.2007, 15:22
und die clanchefs sehen zu und freuen sich....

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 69
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.