Grenada: Amnestie für inhaftierte Putschisten

11. Juli 2007, 16:36
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Aufstand gegen Premierminister Maurice Bishop führte 1983 zum Einmarsch der USA auf der Karibikinsel

St. George's - Rund 24 Jahre nach dem marxistischen Putsch, der 1983 zum Einmarsch der USA auf der Karibikinsel Grenada führte, hat das Oberste Gericht drei der damaligen Anführer entlassen. Die übrigen zehn inhaftierten Putschisten sollen in weniger als zwei Jahren entlassen werden, wie der Richter Francis Bell am Mittwoch erklärte. Alle 13 waren wegen der Ermordung des damaligen sozialistischen Premierministers Maurice Bishop, vier Kabinettsmitgliedern und sechs seiner Anhänger 1986 zum Tod verurteilt worden.

Bell ordnete die Entlassung nach wochenlangen Anhörungen an, die bei Verwandten der Getöteten für heftige Proteste sorgten. Die Angeklagten hätten sich im Gefängnis gut verhalten und gegenüber den Angehörigen der Opfer Reue gezeigt, begründete Bell seine Entscheidung. Zuvor waren bereits vier weitere Beteiligte des Putsches entlassen worden. Das Oberste Berufungsgericht hatte die Todesurteile bereits im Februar aufgehoben. Sechs Tage nach dem Putsch von Teilen der marxistischen Regierung gegen den moderateren Premierminister hatten tausende US-Soldaten die karibische Insel gestürmt. (APA/AP)

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