Katholische Frauenbewegung: Berufung von Frauen akzeptieren

18. Juli 2007, 12:45
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Zulassungsbedingungen zu kirchlichen Ämtern sollen reformiert werden - Weihe eines verheirateten Priesters gibt Anlass zur Hoffnung

Die Katholische Frauenbewegung Österreichs hat anlässlich des Festes Peter und Paul, 29. Juni, dem traditionellen Tag für Priesterweihen in der katholischen Kirche, ihren Wunsch nach einer Reform der Zulassungsbedingungen zu kirchlichen Weiheämtern erneuert. Sie appellierte an die Kirchenleitung, auch die vielfältigen Berufungen von Frauen zu akzeptieren. Im festen Vertrauen auf das Wirken des Heiligen Geistes sollte sich die Kirche offensiv und im Dialog mit Frauen dieser Thematik stellen, hieß es in einer Aussendung der kfbö am Mittwoch.

Offensive Erörterung

Bereits heute wirken Frauen auf vielfältige Weise haupt- und ehrenamtlich als Seelsorgerinnen, wie z.B. im Krankenhaus, in der Katechese, in der Pfarrpastoral, doch ohne Weiheamt stoßen sie dabei immer wieder an Grenzen, erläuterte die Vorsitzende der kfbö Margit Hauft. Sie trete deshalb dafür ein, dass diesen Seelsorgerinnen als erster Schritt der Zugang zum ständigen Diakonat ermöglicht wird. Die Frage der Zulassung von Frauen zum Priesteramt sollte offensiv erörtert sowie Wissenschaft und Dialog darüber gefördert werden.

Hoffnung

Als positives Zeichen wertet Hauft, dass Kardinal Christoph Schönborn heuer einen konvertierten, ehemaligen evangelischen Pfarrer zum katholischen Priester geweiht hat, obwohl dieser verheiratet ist. Seine Berufung zum Priesteramt wurde vom Papst akzeptiert und eine Dispens vom Zölibat erteilt. "Dies stärkt unsere Hoffnung, dass im 21. Jahrhundert Zulassungsbedingungen neu überdacht und auch die Berufungen von Frauen ernstgenommen werden. Denn die Berufung durch Gott muss mehr Gewicht haben als Tradition, Ehelosigkeit oder Geschlecht", so Hauft abschließend. (red)

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    Die Berufung durch Gott müsse mehr Gewicht haben als Tradition, Ehelosigkeit oder Geschlecht, ist die Vorsitzende der kfbö Hauft überzeugt.
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