US-Aktienmärkte bleiben volatil

24. Juli 2007, 12:51
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Die amerikanischen Aktienmärkte haben ihre Korrekturen erstaunlich schnell überwunden, die Volatilität wird allerdings weiter anhalten - eine Analyse von Stephan Lukesch

Die Volatilität hat an der Wall Street im heurigen Jahr eindeutig zugenommen. Während der S&P 500 Index Anfang Juni noch einen neuen Rekord verzeichnete, gab er in der Folge dann 2,5 % ab. Seit Jahresbeginn betrachtet, geht sich für die großen US Indizes sowohl in Dollar als auch in Euro betrachtet ein einstelliges Plus aus.

Geschürt wurde die erhöhte Nervosität durch die Probleme in zwei Hedgefonds von Bear Stearns. Dort waren große Positionen in Anleihen gekauft worden, die mit zweitklassigen Hypothekaranleihen (subprime mortgages) unterlegt sind. Bear Stearns gelang es mit viel Mühe, einen Zusammenbruch der Fonds zu verhindern. Andererseits darf die Emission des Private Equity Fonds „Blackstone“ durchaus als vertrauensbildende Maßnahme für den Markt gewertet werden. Die Aktie legte am Tag der Erstnotiz um 13 % zu. Mit einem Emissionserlös von mehr als 4,1 Mrd. US-Dollar ist Blackstone die größte amerikanische Neuemission seit fünf Jahren.

Vorübergehende Abkühlung

Teilweise ist die erhöhte Volatilität auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass sich die konjunkturelle Abkühlung in den USA im ersten Quartal zunehmend als vorübergehend entpuppt. Schon für das laufende zweite Quartal wird das Wirtschaftswachstum deutlich erholt gesehen. Damit wurden zuletzt aber auch die Hoffnungen auf eine Zinssenkung im weiteren Jahresverlauf deutlich gedämpft, was an den US-Rentenmärkten für Rückschläge sorgte und auch die Aktien kurzfristig belastete.

Rückgang in der Gewinndynamik

Gleichwohl zeigt sich, dass tiefere Kurse immer wieder zum Einstieg genutzt werden, noch erweisen sich die kurzen Korrekturen also durchaus als Kaufgelegenheit. Kurz vor Beginn der Berichtsaison über das zweite Quartal mag vielleicht auch der eine oder andere Marktteilnehmer einen Anstieg bei den Gewinnwarnungen fürchten, die in den letzten Monaten überaus moderat verlaufen sind. An sich wird für das heurige Jahr ein Rückgang in der Gewinndynamik erwartet, bis jetzt haben die Unternehmenszahlen aber immer noch positiv überrascht. Das liegt unter anderem auch am schwachen US-Dollar, der die internationalen Erträge der US-Firmen deutlich aufwertet.

Fazit: Die amerikanischen Aktienmärkte haben sowohl letztes Jahr als auch heuer im Spätwinter ihre Korrekturen erstaunlich schnell überwunden. Wir rechnen aber mit einem Anhalten der Volatilität und empfehlen vor allem vorsichtigen Anlegern, eine eher defensive Branchenauswahl zu treffen.

Der Autor ist Analyst bei BA-CA Asset Management

Alle Angaben trotz größter Sorgfalt ohne Gewähr. Die Informationen beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig erachten. Eine Garantie für deren Richtigkeit oder Vollständigkeit kann ebenso wenig übernommen werden wie für das Eintreten der Prognosen. Alle Meinungsaussagen geben lediglich die aktuelle Einschätzung der Autoren wieder, die sich ohne vorherige Ankündigung wieder ändern kann.
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    Geschürt wurde die erhöhte Nervosität durch die Probleme in zwei Hedgefonds von Bear Stearns.

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