MOL stockt um 605 Mio. Euro auf 7,5 Prozent eigene Aktien auf

25. Juli 2007, 13:54
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Analysten: MOL will sich durch Aktien-Rückkauf gegen feindliche Übernahme wappnen

Budapest - Der ungarische Öl- und Gaskonzern MOL rüstet sich durch Rückkauf eigener Aktien gegen eine feindliche Übernahme. Gestern, Dienstag, hat das Unternehmen an der Budapester Börse 5 Millionen eigene Aktien (Treasury Shares) gekauft, das entspricht 4,57 Prozent des gesamten Aktienkapitals. Der Durchschnittspreis betrug 29.974 Forint (121 Euro) pro Aktie, daraus ergibt sich ein Gesamtpreis von 605 Mio. Euro. Damit befinden sich nun bereits wieder 7,5 Prozent der MOL-Aktien im eigenen Besitz des Unternehmens.

"Nach dem gestrigen Deal ist klar, dass die MOL das Rückkaufprogramm dazu benützt, die OMV abzuwehren", wird der Analyst Bram Buring von Wood & Co. vom ungarischen Internet-Portal "portfolio.hu" zitiert. Die österreichische OMV hatte am Montag bekannt gegeben, dass sie ihre MOL-Beteiligung um 1 Mrd. Euro von 10 auf 18,6 Prozent aufgestockt hat, und erklärt, "strukturierte Gespräche mit dem MOL-Management" führen zu wollen. Das MOL-Management hat das abgelehnt.

"Insgesamt hat MOL an den letzten drei Handelstagen 982 Mio. Dollar (730 Mio. Euro) für den Rückkauf eigener Aktien aufgewendet", sagte Buring. "Wenn MOL 10 Prozent der eigenen Aktien hält, wird der Konzern ein befreundetes Unternehmen - möglicherweise eine Investmentbank - finden, dem er diese Aktien verkaufen oder leihen kann." Mit diesen befreundeten Stimmrechten könne sich das MOL-Management dann sicherer fühlen - es sei denn, die OMV mache ein öffentliches Übernahmeangebot.

Aktien verliehen

Die MOL hatte erst vergangene Woche 8,8 Millionen MOL-Aktien an die OTP Bank verliehen, um Spielraum für den Rückkauf weiterer eigener Aktien zu bekommen - nach den geltenden Bestimmungen darf der ungarische Öl-Konzern nämlich höchstens 10 Prozent der eigenen Anteile halten. Außerdem darf ein Einzelaktionär laut MOL-Statuten unabhängig von seinem Aktienanteil nicht mehr als 10 Prozent der Stimmrechte ausüben.

Nach dem Abschluss ihres Rückkaufprogramms wird das MOL-Management laut Raiffeisen-Analysten insgesamt 32,8 Prozent der Anteile kontrollieren - 10 Prozent wird die MOL selbst halten, den Rest die befreundeten Unternehmen OTP (9,1 Prozent), Magnolia (5,5 Prozent), BNP (8,2 Prozent). Das könnte ausreichen, um das Unternehmen vor einer Übernahme zu schützen, solange kein anderer Aktionär seinen Anteil über 33 Prozent erhöht. Nach ungarischem Recht muss jeder Aktionär, der seinen Anteil auf mehr als 33 Prozent erhöht, ein öffentliches Übernahmeangebot legen und kann damit seine Beteiligung auf über 50 Prozent erhöhen. An der Börse ist der Gesamtkonzern derzeit mit 12,6 Mrd. Euro bewertet.

Der Kurs der MOL-Aktie an der Budapester Börse fiel heute bis 10:30 Uhr um 4,3 Prozent auf 28.700 Forint (115,8 Euro) pro Aktie. Die OMV-Aktie hat diese Woche fast 5 Prozent verloren. Mittwoch Mittag notierte das Papier bei 47,68 Euro, 0,5 Prozent unter dem Schlusskurs des Vortages. (APA)

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