Vize-Generalsekretärin: Strukturen im UNO-Frauenrechtsbereich neu organisieren

12. Juli 2007, 11:10
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Außenministerin Plassnik traf Asha-Rose Migiro in Wien, um weitere Schritte zur besseren Einbindung von Frauen zu besprechen

Wien - Österreichs Außenministerin Ursula Plassnik hat am Mittwoch die stellvertretende UNO-Generalsekretärin Asha-Rose Migiro in Wien getroffen. In ihrer Position sei Migiro neben der Präsidentin der UNO-Generalversammlung Sheikha Haya Rashed Al Khalifa eine wichtige Mitstreiterin bei der Stärkung der Rechte von Frauen weltweit und im Rahmen der Vereinten Nationen, betonte Plassnik in einer Aussendung. Zusammen solle es gelingen, die Frauenanliegen innerhalb der UNO "energisch und sichtbar" zu fördern, so Plassnik nach dem Meeting mit Migiro, die sich anlässlich des "UNO-Global Forum on Reinventing Government" in Wien aufgehalten und die Gelegenheit zu einem bilateralen Gespräch mit Außenministerin Plassnik genutzt hat.

"Frauen müssen in die politische Arbeit und besonders in Friedensprozesse stärker und sichtbarer eingebunden werden. Wir können es uns nicht leisten, 50 Prozent des Gesamtpotentials jeder Gesellschaft ungenutzt zu lassen. Es ist an der Zeit, den Frauen ihren rechtmäßigen Platz am Verhandlungstisch einzuräumen. Es muss heißen: Frauen vor den Vorhang!", so die Außenministerin weiter.

UNO-Sicherheitsratsresolution mit Leben erfüllen

Plassnik verwies darauf, dass eine zentrale Forderung der Nahost-Frauenkonferenz Ende Mai in Wien die Erhöhung der Anzahl von Frauen in Führungspositionen bei der UNO, besonders bei friedenserhaltenden Operationen und bei Verhandlungen in Konfliktregionen, war. Es liege - so Plassnik weiter - an der UNO und an der EU, die UNO-Sicherheitsratsresolution 1325, welche die stärkere Einbindung von Frauen und Frauenanliegen in alle Phasen eines Friedensprozesses vorsieht, mit Leben zu erfüllen. "Derzeit ist weder unter den 54 UNO-Sonderbeauftragten, noch unter den 9 EU-Sonderbeauftragten eine Frau zu finden. Das ist ein unhaltbarer Zustand." Die Außenministerin kündigte an, dass die österreichische Bundesregierung noch vor dem Sommer einen nationalen Aktionsplan zur Umsetzung dieser Sicherheitsratsresolution beschließen will.

Weitere Themen des Gesprächs waren die UNO-Reform und die Stärkung des UNO-Amtssitzes in Wien. Plassnik unterstützt Migiros Vorschlag, alle im Frauenrechtsbereich tätigen UNO-Einheiten unter einem Dach zusammenzufassen: "Migiro kann auch in Zukunft auf unsere volle und tatkräftige Unterstützung zählen, bei ihrem Vorstoß die UNO-Strukturen im Frauenrechtsbereich neu zu organisieren und zu stärken", so die Außenministerin abschließend. (red)

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    Asha-Rose Migiro, heute Vize-Generalsekretärin der UNO, war zuvor Außenministerin Tansanias.
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