Huber und Leodolter steigen bei "Cell Med" aus

Redaktion, 28. Juni 2007 10:40

Huber entschuldigt sich in Briefform, Leodolter gibt als Grund für den Ausstieg die Medienkampagne an

Wien - Sowohl Johannes Huber (Chef der Klinischen Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Sterilitätsbehandlung im AKH) als auch Sepp Leodolter, Leiter der Klinischen Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Klinik gaben heute ihren Ausstieg aus dem Unternehmen "Cell Med Research" bekannt.

Huber verwies auf die Bestrebungen des Kremser Biotech- Unternehmens, neben klinischen Studien offenbar auch entgeltliche individuelle Heilbehandlungen mit der erst in Entwicklung stehenden Therapie durchzuführen. Leodolter sagte gegenüber der APA: "Der Grund war für mich die Medienkampagne, die ich nicht nachvollziehen kann."

Huber, auch Vorsitzender der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt, teilte seinen Rückzug aus "Cell Med Research" der APA am Mittwochvormittag in einem Brief sowie in einer kurzen mündlichen Stellungnahme mit. Der Gynäkologe: "Ich habe alles offen gelegt. Ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen."

In dem Schreiben hieß es unter anderem: "Aus gegebenem Anlass möchte ich noch einmal festhalten, dass meine Aktivität bei der Fa. Cell Med ausschließlich unentgeltlich war, was durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer evaluiert wird. Nachdem aber, von der primär wissenschaftlichen Aktivität unabhängig, offensichtlich auch individuelle entgeltliche Heilbehandlungen möglich gemacht wurden, in die ich nie involviert war und von denen ich mich auch distanziere, werde ich meine Anteile an der Firma zurücklegen! (...) Wenn durch die Berichterstattung nicht erfüllbare Hoffnungen geweckt wurden, so bedaure ich dies und entschuldige mich dafür." (APA)

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Busson
 
28.06.2007 10:39

Diese aufgeblasene Diskussion ist wahrscheinlich nur in Österreich möglich.

Das einzige, was man daraus lernen kann ist, niemals beim News anzustreifen.

Jede Art, seriöse Forschung zur Krebsbekämpfung zu betreiben ist zu begrüßen.

Auch Angestellte des AKH haben das Recht, sich bei jeder wie immer gearteten Firma zu beteiligen.

Und mit Hubers Funktion als Ethik-Kommissar hat das ganze auch nichts zu tun.

suboptimal
 
28.06.2007 07:52
und bitte auch aus der Ethikkommission zurücktreten

(oder zurückgetreten werden). Danke

Galileo Galilei
 
28.06.2007 10:41
- oder die Ethikkommission auflösen

tanlamur
28.06.2007 10:14

Es ist erstaunlich das so viele reflexartig dagegen posten. Wie sieht es dann bei anderen Forschern aus die für eine bestimmte Gesetzeslage hin "pushen" und an Firmen beteiligt sind?

zwergbumsti
27.06.2007 20:58
http://test.softmax.at/java/stat... koenig.jpg

also sagen kann man ja viel - von wegen der sohn vom Kardinal K.... - aber wenn man die Bilder vergleicht.... also die Ähnlichkeit ist schon verblüffend und Theologie hat er auch studiert....

tanlamur
28.06.2007 10:15

Nur weil man Kardinal K. schätzt heisst das noch lange nicht das man mit ihm verwandt ist.

Ich kritisiere die Kirche ständig, bin ohne Bekenntnis und schätzte Herrn König sehr.

Schönborn ist zum Beispiel im Vergleich dazu unter jeder Kritik ....

Aliass
28.06.2007 01:16

"die Ähnlichkeit ist schon verblüffend"
Ja, beide haben 2 Ohren, 2 Augen, eine Nase und einen Mund

quick mouse
27.06.2007 19:25
hallo? standard zensur???

wieso werden 2 postings, die erst darauf hinweisen und dann beweisen, dass huber auch mitglied der ek im akh ist, nicht veröffentlicht??? dass gerade er, der in sachen ethik in vorderster reihe steht, hier entgegen aller ethischer grundsätze gehandelt hat, ist ja wohl einer der gründe, warum diese affäre so gewaltige wellen schlägt. fehlt ihnen der mut dazu, diese sachlich korrekte information zu veröffentlichen oder wollen sie das als eigene "gschicht" bringen? sie brauchen dieses posting nicht reinzustellen, aber ich ersuche sie um eine erklärung an mich persönlich per email.

WL
28.06.2007 12:03
ethik und geld

dass neben der cellmed geschichte der vorsitzende der bioethikkommission auch ein institut für "hormonkosmetik" betreibt (www.drhuber.at), zu einem zeitpunkt, da große langzeituntersuchungendie gravierenden folgen von hormonersatztherapien auf das risiko von krebs und gefäßerkrankungen bewiesen haben und ein großteil der medizinischen gemeinde vor diesen therapien (außer bei echter indikation) warnt, sollte vielleicht auch erwähnt bleiben. wie viele damen der höheren kreise hier ihre antifaltenkur absolviert haben sei dahingestellt. aber auch so kommt man zu etwas, z.b. zum vorsitz der bioethikkommission und obersten moralapostel der nation....ein wort genügt eigentlich: SCHEIN-heilig

tanlamur
28.06.2007 10:15

Mein Gott manche Leute nehmen es nicht locker. ;)

Ist doch egal wenn nicht jedes Posting veröffentlich wird, geht mir doch auch so :D

Queen of Sheba
 
27.06.2007 18:22
Ist o.Univ.Prof. DDr. Johannes Huber mit dem Cell-Med-Geschäftsführer Huber verwandt ?

a klana indiana
27.06.2007 23:05
dr. huber...

ist nicht ordinarius, aber er ist mit einem sehr prominenten mann verwandt...

Queen of Sheba
 
28.06.2007 00:52
Was ist der Unterschied zwischen einem Ordentlichen und einem Ausserordentlichen Professor ?

"Ein Ausserordenlicher ist nichts Ordentliches."
Das könnte sein Geltungsbedürfnis erklären. Das gilt auch für viele andere so genannte Spitzenmediziner.

Edith Sowa
27.06.2007 18:30
nein, weder verwandt noch verschwägert

stand in der Presse.

Alaska Saedelaere
27.06.2007 17:04
Wenn man Miteigentümer einer Firma ist,

arbeitet man dann unentgeltlich?

Clear Mind
28.06.2007 00:48

Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun! Wenn er Gesellschafter (also Miteigentümer) ist, hat er vorerst einmal sein privates Geld investiert, und das ist bei so einem Unternehmen immer mit hohem Risiko verbunden. Von den Medien (und Kollegen) wird nun so getan, als würde er damit schon Geld verdienen oder reich werden, was so oder so - auch in Zukunft - sehr unwahrscheinlich ist. Ganz anders ist dies bei denjenigen Professoren, die Prof. Huber so eifrig in den Medien kritisieren, sich aber von Pharma-Konzernen für "Beratungstätigkeiten" etc. saftige Honorare zahlen lassen. Nur damit Sie ein bißchen die Hintergründe verstehen...

tanlamur
28.06.2007 10:16

Da haben sie extrem Recht.
Andere Professoren haben ebenso Beteiligungen an anderen Firmen.

Ich finde da wird zu viel hochgekocht, vielleicht sollten SIE mal Herr Huber kennen lernen?

frau brause
28.06.2007 12:05

akquirieren sie investoren für herrn huber?

Queen of Sheba
 
28.06.2007 01:02
Die Cell Med Research GmbH. IST ein Pharma-Unternehmen !

Und sie hat oder sucht laut Homepage Investoren auch für bezahlte Klinische Studien, die dann - zufällig - Gesellschafter des Unternehmens durchführen.

Clear Mind
28.06.2007 01:26

Sorry, aber Sie irren sich! CellMed ist ein Unternehmen zur Entwicklung zellulärer Therapien, das ist etwas völlig anders. Wenn Sie so wollen, sind Unternehmen wie CellMed der potentielle "Gegner" von Pharma-Firmen. Was denken Sie würde passieren, wenn die Zelltherapie in der weiteren Entwicklung so erfolgreich wäre, dass man irgendwann einmal keine Chemotherapie mehr bräuchte, weil die stimulierten Abwehrzellen selbst mit dem Tumor fertig würden?

frau brause
28.06.2007 10:12
dann versteh ich sein "outing"

ausgerechnet in news und dieser form schon gar nicht!
wären die hintergründe, wie sie sagen, hätte man den "fight" über die zuständigen publikationen ausgetragen: lancet, sience usw.

Queen of Sheba
 
28.06.2007 03:41
Wieso kostet dann die "individuelle Heilbehandlung" 14.000 EURO ?

Davon sind "Selbstkosten" (offensichtlich der Einkaufspreis Hubers bei CellMedResearch GmbH.) 3.900 EURO und über 10.000 EURO "Schnitt" für ca. 10 Spritzen ?

übrigens :

Pharmazie oder Pharmazeutik ist eine Naturwissenschaft, die sich mit der Beschaffenheit, Wirkung, Prüfung, Herstellung und Abgabe von Arzneimitteln befasst.

tanlamur
28.06.2007 10:19

Verkauf hatten sie vergessen, aber vielleicht sollten sie eher sagen, das das ein Bereich der ganzen BIOTECHNOLOGIE ist, und VIELES was getestet wird letztlich auf Profit abzielt.

Sie können genausogut den ganzen Komplex in der Bohrgasse kritisieren, Start-up Firmen werden nämlich im Umfeld auch dort gegründet.

Und in den Kompetenzzentren in Deutschland ist das schon gang und gäbe.

Apropos "Ethik" - die Kirche hat in Bayern fundierte Machtbefugnisse! Konkordatslehrstühle.

Also wenn man schon jemanden kritisiert, dann bitte umfassender kritisieren.

bobsetten
28.06.2007 03:20
ja dann ...

..... dann kaufen die pharmariesen die firmen bzw das patent auf (die technick usw) und die eigentümer werden reich udn die pharmafirmen haben was neues am markt .... blah blah

Queen of Sheba
 
27.06.2007 18:35
Welchen Anteil hält Huber an der CellMed Research GmbH. ?

Auf der Homepage werden er und Leodolter als Mitglieder des "Teams" geführt.

http://www.cellmed.at/navigatio... ge,de.html

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