Neuer Siemens-Chef Löscher will "Evolution"

29. Juli 2007, 18:54
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Der neue Siemens-Chef, der Österreicher Peter Löscher, will nach seinem Amtsantritt bei dem krisengebeutelten Elektrokonzern behutsam vorgehen

Nürnberg/München - Der neue Siemens-Chef, der Österreicher Peter Löscher, will nach seinem Amtsantritt bei dem krisengebeutelten Elektrokonzern behutsam vorgehen. Notwendig sei eine Evolution, keine Revolution, sagte Löscher am Dienstagabend in Nürnberg. Notwendige Veränderungen werde er aber in die Wege leiten. "Ich freue mich sehr darauf, die Verantwortung in diesem großartigen Unternehmen zu übernehmen."

In den ersten drei Monaten wolle er vor allem die Organisation und die Menschen kennen lernen. Seine erste große Dienstreise werde ihn in die Wachstumsmärkte Indien, China und Japan führen. Löscher tritt offiziell am 1. Juli die Nachfolge von Klaus Kleinfeld an. Er nahm am Montag aber bereits an einer Vorstandssitzung bei Deutschlands größtem Elektrokonzern teil.

Siemens wurde in den vergangenen Monaten von einer Schmiergeldaffäre erschüttert. Im Zuge des Skandals musste Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer seinen Platz räumen. Nach einer quälenden Führungsdebatte nahm auch Vorstandschef Kleinfeld seinen Hut. Löscher betonte, für ihn sei es eine Ehre, die Führung des Traditionskonzerns zu übernehmen. Siemens stehe vor großen Herausforderungen. Der Konzern sei dafür aber gut aufgestellt.

Überraschende Kür

Der am 17. September 1957 in Villach in Kärnten geborene Peter Löscher war von 1988 bis 1999 als Manager bei der Hoechst AG tätig. Ehe es ihn in die große Welt hinauszog, hatte er in Wien Welthandel studiert, 1985 erfolgte der Abschluss mit dem Magister-Titel. 2000 bis 2002 verbrachte Löscher seine Zeit als Generaldirektor, Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender der Aventis Phjarma Ltd. Von 2002 bis 2004 bekleidete er das Amt des Präsidenten der britischen Amersam Health. Von 2004 bis 2005 war er Präsident und Generaldirektor bei General Electric Healthcare Bio-Sciencies. Mit 1. Mai 2006 wurde er Präsident bei Merck & Co.

Am Sonntag, dem 20. Mai, war Löscher überraschend per 1. Juli 2007 zum Nachfolger von Siemens-Chef Klaus Kleinfeld gekürt. (APA/dpa)

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    Peter Löscher (re) und Gerhard Cromme

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