Bewahrung der Töne

26. Juni 2007, 20:40
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Das Phonogrammarchiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) wurde mit dem "Jikji Memory of the World"-Preis der Unesco ausgezeichnet. Der von der Republik Korea gestiftete Preis wird alle zwei Jahre für außergewöhnliche Beiträge zur Bewahrung des Weltdokumentenerbes vergeben und ist mit 30.000 US-Dollar dotiert. Das Archiv der ÖAW, das aus 23 Nominierungen ausgewählt wurde, besteht seit 1899 und ist das älteste seiner Art.

Geleitet wird es seit 1972 von Dietrich Schüller, geboren 1939 in Wien, der einst mit dem Studium der Technischen Physik an der heutigen TU Wien begann und später in die Fächer Ethnologie und Vergleichende Musikwissenschaften wechselte. Schüller ist international an zahlreichen Reorganisations- und Digitalisierungsprojekten audiovisueller Bestände beteiligt - zum Beispiel im St. Petersburger Phonogrammarchiv. Das Phonogrammarchiv ist außerdem in zahlreichen EU-Projekten involviert, die sich mit der Digitalisierung von Archiven beschäftigen.

Der "Jikji Memory of the World"-Preis wurde erstmals 2005 verliehen. Er ist nach dem ältesten Buch der Welt benannt, das von buddhistischen Mönchen in einem Kloster der Stadt im Jahr 1377, 78 Jahre vor Gutenberg, mit beweglichen Metall-Lettern gedruckt wurde. Erste Preisträgerin war die Tschechische Nationalbibliothek. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 27. Juni 2007)

  • Dietrich Schüller
    foto: der standard/hendrich

    Dietrich Schüller

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