"Qualität darf kein Exot sein"

26. Juni 2007, 19:37
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Siegreicher Vorschlag empfiehlt Standardisierung als Mittel zur Kostenreduktion

Der Vorschlag, der von den Teilnehmern des Wohnsymposiums mit großer Mehrheit zum Sieger gekürt wurde (siehe Grafik), bestand aus einem einfachen Satz. Aber wie der Sprecher des siegreichen Tisches, Hugo Ronald Mischek, im STANDARD-Gespräch ausführt, steht hinter dem Slogan "Qualität zum Standard machen" ein wohldurchdachtes Konzept.

"Qualität darf kein Exot sein. Wenn sie als Standard definiert wird, dann können sich Industrie und Bauträger darauf einstellen", sagt der geschäftsführende Gesellschafter der Mischek-Ziviltechnikgesellschaft. "Die Industrie muss eine gewisse Marktmenge spüren, damit sie auf eine Sache einsteigt. Die Erfahrung hat gezeigt: Wenn man etwas vom Sonder- zum Serienprodukt macht, dann bietet die Industrie entsprechende Systemlösungen an."

Wichtig sei die frühe Einbindung der Industrie, sagt Mischek. So habe etwa "die Stadt Wien den Ausstieg aus den PVC-Fenstern viel zu spät kommuniziert".

Die Standardisierung müsse von den Bauträgern ausgehen – von Vorschriften an diese hält Mischek wenig. Auch die Gestaltungsbeiräte sollten bei architektonischer Qualität beraten, aber "die Bauträger nicht entmündigen". "Die Bauträger müssen Qualität projektbezogen festlegen können." Denn: "Es macht einen Unterschied, ob man ein Haus im Mühlviertel oder in Wien baut." (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.6.2007)

  • Ziviltechniker Hugo Ronald Mischek für "Standardqualität".
    foto: standard/newald

    Ziviltechniker Hugo Ronald Mischek für "Standardqualität".

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    grafik: standard
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