Gedicht Theodor Fontanes für 130.000 Euro versteigert

1. Juli 2007, 19:43
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Verschollen geglaubte erste "Ribbeck"-Niederschrift übertraf den Schätzpreis bei weitem

Berlin - Für 130.000 Euro ist die bisher verschollen geglaubte erste Niederschrift des Gedichtes "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" von Theodor Fontane (1819-1898) versteigert worden. Der Schätzpreis hatte lediglich bei 30.000 Euro gelegen, teilte das Auktionshaus J.A. Stargardt am Dienstag in Berlin nach der Versteigerung mit. Die Handschrift ging an einen Privatsammler aus Deutschland, der im Saal mitgeboten hatte. Nähere Angaben machte das Auktionshaus nicht. "Es war ein heftiges Bietergefecht, wie der erzielte Auktionspreis ja auch zeigt", sagte eine Sprecherin.

Das Autograph - drei mit Tinte und Bleistift beschriebene Seiten - wurde zuletzt 1933 in einer Auktion in Berlin angeboten und galt seither als verschollen. Der Wortlaut dieser Urschrift sei bisher nicht bekannt gewesen, betonte Stargardt.

Entstehungsprozess rekonstruierbar

Für den Fontane-Liebhaber bestehe nun erstmals Gelegenheit, dem Dichter der "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" und der Romane "Effi Briest" und "Der Stechlin" bei der Schöpfung eines seiner berühmtesten Werke über die Schulter zu sehen. Das dreiseitige Manuskript lasse die Entstehung des Gedichts schrittweise nachvollziehen - von den in einem Zug niedergeschriebenen ersten Zeilen über verschiedene Zwischenstufen mit vielfach korrigierten und verworfenen Strophen bis zur vertrauten Endfassung mit dem Schlussvers: "Und so spendet Segen noch immer die Hand/Des Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland".

In der Stargardt-Auktion kommen noch bis zum Mittwoch über 1200 weitere Autographen unter den Hammer, darunter wertvolle Handschriften von Beethoven, Darwin, Einstein, Goethe, Monet, Novalis, Proust, Wagner und Wallenstein. (APA/dpa)

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