FPÖ will Zentralmatura und Aus für BMS und Poly

16. Juli 2007, 10:47
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Verpflichtendes Vorschuljahr für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache - Mehr Förderung für Privatschulen und -unis

Wien - Ein verpflichtendes Vorschuljahr für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache, die Verlängerung von Hauptschule und AHS-Unterstufe von vier auf fünf Jahre samt Abschaffung von Berufsbildenden Mittleren (BMS) und Polytechnischen Schulen, ein Modulsystem in der Oberstufe sowie die Einführung einer Zentralmatura - das sind die Eckpunkte des am Dienstag vorgestellten Freiheitlichen Bildungskonzepts "Strategie 2012+". Mehr Förderungen soll es außerdem für Privatschulen und -universitäten geben, so FPÖ-Wissenschaftssprecher Martin Graf und FPÖ-Bundesrätin Monika Mühlwerth bei einer Pressekonferenz.

An Mehrheit orientieren

Das FPÖ-Konzept baut auf dem derzeitigen gegliederten Schulsystem auf. Dieses sei nicht so schlecht, wie es oft dargestellt werde, so Mühlwerth. Man brauche jetzt nicht Schulversuche, deren Ergebnisse erst in zehn Jahren feststehen, sondern ein Schulsystem, das "nachvollziehbar" sei und sich an der Mehrheit und nicht der Minderheit der Schüler orientiere.

Ein verpflichtendes Vorschuljahr soll es demnach nur für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache geben. Hauptschule und AHS-Unterstufe will die FPÖ von vier auf fünf Jahre verlängern, den anschließenden Übertritt in eine AHS-Oberstufe oder eine Berufsbildenden Höhere Schule (BHS) von einem gewissen Notenschnitt oder dem Besuch eines Aufbaulehrgangs abhängig machen. Die Polytechnischen Schulen würden in diesem System abgeschafft, die Berufsbildenden Mittleren Schulen entweder in den BHS aufgehen oder ebenfalls wegfallen.

Matura soll über Hochschulzugang entscheiden

Die AHS-Oberstufe soll im FPÖ-Konzept dann nur mehr drei Jahre dauern, die BHS 3,5 Jahre plus ein Praxissemester. Beide Schulformen sollen in den letzten beiden Jahren im Modulsystem geführt werden und in eine Zentralmatura münden. Dieser wiederum würde für das Studium eine größere Bedeutung zukommen als bisher: Die bei der Matura gewählten Fächer sollen nämlich über den Hochschul-Zugang mitentscheiden - Medizin dürfte dann etwa unmittelbar nur jemand studieren, der bei der Matura ein naturwissenschaftliches Fach absolviert hat. Ansonsten müssten Ergänzungsprüfungen absolviert werden, so Graf. Welche Matura-Fächer für welche Studien nötig sind, will er gesetzlich regeln.

Keine Aufnahmetests an Unis

Ansonsten soll aber der Hochschulzugang frei bleiben. Außer in künstlerischen Fächern und für Sport dürfe es keine Aufnahmetests geben. Die Matura müsse das einzige Kriterium bleiben, abgesehen von der Ergänzungsprüfung, meinte Graf. Die Pädagogischen Akademien bzw. Hochschulen sollen nach FPÖ-Ansicht in die Unis integriert werden. Die BHS will Graf verpflichten, Fachhochschul-Lehrgänge anzubieten, die mindestens mit einem Bakkalaureat abschließen.

Aufhebung des Finanzierungsverbots für Privatunis

Aufwerten will die FPÖ den privaten Bereich: Einerseits sollen sämtliche Privatschulen den konfessionellen Privatschulen gleichgestellt werden, deren Lehrkräfte vom Staat bezahlt werden. Dazu soll ein eigenes Schulakkreditierungsgesetz für den Primar- und Sekundarschulbereich geschaffen werden. Andererseits forderte Graf die Aufhebung des Finanzierungsverbots des Bundes für Privatuniversitäten.

Weitere FPÖ-Forderungen sind die Wiedereinführung der Beurteilung der äußeren Form von Arbeiten in der Pflichtschule, verpflichtende Verhaltensregeln mit Strafsanktionen an den Schulen, die absolute Einführung einer Klassenschülerhöchstzahl von 25 sowie ein Höchstanteil von 30 Prozent Schülern mit nichtdeutscher Muttersprache in den Klassen.(APA)

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