Grazer Komponist erhält Produktionspreis von ZKM und SWR

1. Juli 2007, 19:38
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Mit 8.000 Euro dotierte Auszeichnung für Daniel Mayer - Jonathan Harvey erster Preisträger des Giga-Hertz-Preises für elektronische Musik

Karlsruhe - Der 1967 in Graz geborene Komponist Daniel Mayer erhält einen von vier mit je 8.000 Euro dotierten Produktionspreisen im Rahmen des erstmals vergebenen deutschen Giga-Hertz-Preises für elektronische Musik. Der vom Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) und dem Freiburger SWR-Experimentalstudio vergebene Preis ist laut SWR mit einer Gesamtsumme von 47.000 Euro der weltweit höchstdotierte Preis für elektronische Musik. Der mit 15.000 Euro dotierte Hauptpreis geht an den englischen Komponisten Jonathan Harvey.

Der Giga-Hertz-Preis soll am 24. November im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) überreicht werden. Mit der Auszeichnung werde Harveys (Jahrgang 1939) umfangreiches Lebenswerk an der Schnittstelle zwischen Elektronik und Instrumentalmusik gewürdigt, hieß es in der Begründung. Die Produktionspreise sind Realisationsstipendien, mit denen die Künstler ihre eingereichten Projekte am ZKM Institut für Musik und Akustik beziehungsweise am Experimentalstudio für akustische Kunst e.V. Freiburg verwirklichen können.

Daniel Mayer studierte in Graz Komposition an der Kunstuniversität (Klasse Gerd Kühr) und an der Karl-Franzens-Universität Mathematik und Philosophie. 2001 erhielt er das Österreichische Staatsstipendium für Komposition. Postgradual studierte Mayer an der Musik-Akademie Basel bei Hanspeter Kyburz. Mayer ist seit 2005 Gastkomponist am Institut für Elektronische Musik und Akustik Graz (IEM). Ästhetisch beeinflusst ist er durch die Beschäftigung mit elektronischer Musik (Klangsynthese), algorithmischer Komposition und Spektralmusik.

Die anderen drei Produktionspreise erhalten der französische Komponist Mark Andre, Flo Menezes aus Brasilien und der in Köln lebende Zypriote Vassos Nicolaou.

Zur siebenköpfigen Jury gehören unter anderem Pierre Boulez, ZKM-Chef Peter Weibel und der Karlsruher Komponist Wolfgang Rihm. Der Preis ist dem Andenken des weltberühmten Physikers Heinrich Hertz (1857-1894) gewidmet, der Ende des 19. Jahrhunderts an der Karlsruher Technischen Universität lehrte und dort die elektromagnetischen Wellen entdeckte. (APA/dpa)

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