Essayistikpreis für Drago Jancar

1. Juli 2007, 19:43
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Mit 12.000 Euro dotierter Jean-Amery-Preis nach verlängerter Pause zum vierten Mal vergeben - Initiiert von Robert Menasse

Wien - Drei Jahre nach Michael Jeismann erhält der slowenische Erzähler, Dramatiker und Essayist Drago Jancar den Jean-Amery-Preis für Essayistik. Die von Robert Menasse vor sieben Jahren initiierte und von der Erste Bank sowie dem Stuttgarter Klett-Cotta-Verlag gesponserte Auszeichnung ist mit 12.000 Euro dotiert und wird am 11. Oktober in Frankfurt verliehen. Jancar zählt für die Jury "zu den markantesten Persönlichkeiten der mitteleuropäischen Literatur".

Er sei "ein Dissident par excellence, der zu den Herrschenden jeden Regimes kritische Distanz wahrte und sich nie scheute, gegen nationale Tabus und intellektuelle Moden zu verstoßen". Jancar wisse "als Essayist seine Argumente mit historischem Wissen, gedanklicher Konsequenz und leidenschaftlicher Moralität vorzutragen; es geht ihm aber nicht um dogmatische Gewissheit, sondern vielmehr darum, solche Gewissheiten in Frage zu stellen und die Dinge in ihrer Widersprüchlichkeit zu zeigen." Von Jancar ist zuletzt der Essayband "Brioni" erschienen.

Dass nach der biennalen Vergabe des Preises an Franz Schuh, Doron Rabinovici und Michael Jeismann nun drei Jahre bis zum Preis an Drago Jancar vergangen sind, liegt nach Auskunft des Klett-Cotta-Verlags am Sponsorwechsel. Nach dem Absprung der Bank Austria-Creditanstalt, die bisher als Hauptsponsor in Erscheinung getreten war, hatte das Engagement der Erste Bank mehr Zeit in Anspruch genommen. Künftig soll der Preis jedoch wieder alle zwei Jahre vergeben werden.

Der Jury für die heurige Preisvergabe gehörten Wolfgang Büscher, Peter Demetz, Karl-Markus Gauß, Irene Heidelberger-Leonard und Joachim Kalka an. (APA)

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