Regierung fordert Wiederaufbau-Hilfen

2. Juli 2007, 10:24
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Für einen erfolgreichen Kampf gegen die Taliban

Berlin - Die afghanische Regierung fordert für einen erfolgreichen Kampf gegen die radikalislamischen Taliban neben militärischen Maßnahmen auch verstärkt Wiederaufbau-Hilfen. Es seien mehr Aufbau-Projekte nötig, sagte der afghanische Außenminister Rangin Spanta am Dienstag im Deutschlandfunk. "Ohne eine Anti-Terror-Strategie mit militärischen und zivilen Elementen werden wir keinen Erfolg haben."

Wie bereits Präsident Hamid Karzai forderte auch Spanta vor dem Hintergrund steigender Opferzahlen unter der Zivilbevölkerung eine bessere Zusammenarbeit der US-geführten Streitkräfte im Süden des Landes: "Wir brauchen mehr Koordination mit afghanischen Sicherheitskräften." Allein mit Bombardements und der Inkaufnahme ziviler Opfer könne keine Sympathie in der Bevölkerung gewonnen werden. Karsai hatte am Wochenende den ausländischen Truppen in seinem Land Fahrlässigkeit gegenüber Zivilisten vorgeworfen.

Auch in Deutschland haben die Vorgänge in Afghanistan bereits seit einiger Zeit eine Debatte über den Bundeswehreinsatz am Hindukusch ausgelöst. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Andreas Schockenhoff, sprach sich in der "Süddeutschen Zeitung" dagegen aus, die deutsche Beteiligung am Anti-Terror-Einsatz Enduring Freedom unter US-Führung zu beenden. Die im Rahmen der internationalen Schutztruppe Isaf eingesetzten Bundeswehrsoldaten bräuchten "eine zusätzliche Schutzkomponente mit Fähigkeiten, die nur im Rahmen von Enduring Freedom gewährleistet werden können". Zuvor hatten SPD-Politiker gefordert, die Bundeswehr solle sich aus dem Enduring-Freedom-Einsatz zurückziehen. Im Herbst soll der Bundestag über die Verlängerung der Afghanistanmandate entscheiden. (APA/Reuters)

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