Oligarch stieß Mol-Anteile ab

25. Juli 2007, 13:54
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Medget Rachimkulow verkaufte über Wiener Partner an OMV

Budapest - Hintergrund der Transaktion, bei der OMV seinen Anteil an Mol nahezu verdoppelte, dürfte das agile Treiben des russischen Multimillionärs Medget Rachimkulow sein. Seine 6,2-Prozent-Anteile an Mol sind Teil des Pakets, das die OMV kaufte. Zwischengeschaltet war die österreichische VCP (Vienna Capital Partners).

Rachimkulow, der seit zwei Jahren als der reichste in Ungarn lebende Unternehmer gilt, hatte erst vor Kurzem in mehreren Schritten seine Anteile bei Mol gesteigert, woraufhin deren Aktienwert anstieg. Sein direkter Anteil an Mol lag zuletzt offiziell bei 5,85 Prozent, doch mutmaßten die Medien, dass er indirekt, noch mehr sein Eigen nannte.

Eigentlich hatte man in Ungarn befürchtet, dass Rahimkulow diese Anteile an russischen Konzerne, Gasprom oder Lukoil, verkaufen würde. Dass er mehr Einfluss auf Mol anstreben könne, galt als ausgeschlossen, weil bei Mol kein Teilhaber mehr als zehn Prozent des Stimmengewichts in der Aktionärsversammlung haben darf, es sei denn, er besitzt 90 Prozent der Anteile.

"Er hat die Aktien dem Meistbietenden gegeben", und nicht "wie ein russischer Patriot agiert", zitierte das Börseportal Tözdeforum den Analysten Gergely Suppan von der Takarékbank.

Der 63-jährige Russe agiert zusammen mit seinen zwei Söhnen Timur und Ruslan über mehrere Firmen, darunter Firthlion Ltd und Charing Investment Ltd. Noch vor wenigen Wochen hatten Medien über die Absicht des Russen berichtet, binnen drei Jahren eine zehnprozentige Beteiligung bei Mol zu erreichen, ebenso bei der ungarischen Bank OTP, an der er im vergangenen Jahr mehr als fünf Prozent hielt.

Laut Tageszeitung Népszabadsag ist Rahimkulow mit einem Vermögen von 153 Mrd. Forint (619,7 Mio. Euro) der reichste Mann im Land. Binnen eines Jahres habe er sein Vermögen verdoppelt, so die Zeitung. Auf russischen Listen der Top-Reichen stehe er allerdings nur auf Platz 41. In Ungarn soll der Russe seinen Reichtum vor allem seiner Bank AEB (Általános Értékforgalmi Bank) und den Geschäften mit großen Anteilspaketen an der Chemiefabrik Borsodchem zu verdanken. (Kathrin Lauer, Budapest, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.06.2007)

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