Mitteleuropa als "Heimmarkt"

25. Juli 2007, 13:54
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OMV will Vorherrschaft ausbauen, Mol eigene Position stärken

Wien – Der Grundstein für die nunmehrige Aufstockung der OMV-Anteile an der Mol wurden in der Zeit von Generaldirektor Richard Schenz gelegt. Im Jahr 2000 erwarb der Öl- und Gaskonzern zehn Prozent am ungarischen Pendant.

Für die offensive Rolle der OMV in Mitteleuropa ist Wolfgang Ruttenstorfer verantwortlich. Er ist 2001 in den Chefsessel des größten, börsenotierten heimischen Konzerns gekommen. Er sieht Mitteleuropa als "Heimmarkt".

Nicht nur einmal hat die OMV angekündigt, Nummer eins in der zweiten Liga der Öl- und Gaskonzerne Mitteleuropas zu werden – hinter den großen Multis. Diese Strategie wird konsequent umgesetzt.

Erst 2003 hat die OMV gut 300 Tankstellen von BP übernommen, unter anderem in Süddeutschland.

Mitteleuropa bis Türkei

Ein Jahr darauf, 2004, erhielt die OMV dann den Zuschlag für die rumänische _Petrom. Das war zu diesem Zeitpunkt der größte Deal eines österreichischen Unternehmens im Ausland. Um umgerechnet 1,6 Mrd. Euro konnte sich die OMV 51 Prozent am rumänischen Platzhirschen sichern mit einer Vielzahl an Tankstellen, Raffinerien sowie Öl- und Gasreserven. Anfang 2006 erfolgte der nächste große Coup: der Einstieg in der Türkei durch den Erwerb eines 34-Prozent-Pakets an Petrol Ofisi, dem Betreiber des größten Tankstellennetzes im Land. Mol ist der OMV immer wieder in die Quere gekommen. Bereits im Jahr 2000 haben die Ungarn den Österreichern die slowakische Slovnaft vor der Nase weggeschnappt – mit einem höheren Angebot.

Auch im Jahr 2003 ist die OMV Mol beim Bieterkampf um die kroatische Ina unterlegen. Mol verfügt seitdem über ein 25 Prozent-Paket am kroatischen Ölkonzern und über diesen wiederum einen Mehrheitsanteil an der bosnischen Energopetrol.

Als Gegner stehen sich OMV und Mol auch in Serbien gegenüber. Für die bevorstehende Privatisierung der staatlichen Ölindustrie Nis haben beide Unternehmen Interesse angemeldet. Die OMV hat mehrfach geäußert, sich beim Serbien-Deal mit der griechischen Hellenic Petroleum zusammenschließen zu wollen. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.06.2007)

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