Keine EU-Zulassung für Gentechnik-Mais "Herculex"

2. Juli 2007, 15:45
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... vorerst zumindest

Brüssel - Die Zulassung einer neuen gentechnisch veränderten Maissorte ist am Montag im zuständigen EU-Expertenausschuss vorläufig gescheitert. Für die Genehmigung der Sorte "Herculex" von Pioneer, die gegen den Schädling Maiswurzelbohrer resistent ist, kam nicht die erforderliche Mehrheit der EU-Staaten zustande, wie Umweltorganisationen und der Vize-Vorsitzender des Agrarausschusses im Europaparlament, Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, mitteilten.

In weiterer Folge ist der EU-Ministerrat am Zug. Sollte dieser keine klare Mehrheit für oder gegen die Zulassung der neuen Sorte zu Stande bringen, ergeht die Entscheidung an die EU-Kommission. Dies hat sich bereits für die Genehmigung von "Herculex" ausgesprochen. Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit hatte die Sorte Anfang April für gesundheitlich unbedenklich befunden.

Von "Herculex" war erst Ende April eine illegale Lieferung aus den USA im Hafen von Rotterdam entdeckt worden. "Die USA üben extremen Druck auf den europäischen Markt aus. Doch diese Abstimmung ist ein deutliches Signal, dass die Staaten der EU Gesundheits- und Umweltbelange höher bewerten als die Wirtschaftsinteressen der USA", erklärte Jens Karg, Gentechniksprecher von Global 2000. Es sei "weiter wichtig, den Druck auf die nationalen Regierungen aufrechtzuerhalten, damit sie dem europäischen Vorsorgeprinzip Vorrang vor US-amerikanischen Wirtschaftsinteressen geben", betonte Graefe zu Baringdorf. (APA)

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