Zuwanderung: Österreich zieht mit USA gleich

3. Oktober 2007, 19:31
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Österreich hat anteilsmäßig so viele MigrantInnen wie die USA, rechnete die OECD in einem neuen Bericht vor - mit Grafik

Berlin/Wien - 13 Prozent der in Österreich lebenden Menschen waren 2005 Zuwanderer - den selben Wert erreichen die USA. Das zeigt ein von der Organisation für Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) präsentierter Migrationsbericht. Nur in Luxemburg, Australien, der Schweiz und in Kanada ist der Anteil höher.

Rund 100.000 Zuwanderer machten in Österreich 2005 über 90 Prozent des jährlichen Bevölkerungszuwachses aus. Sie kommen aus Deutschland (16 Prozent), Serbien, Montenegro (12 Prozent) sowie Türkei und Polen (7-8 Prozent). Gemessen an der Gesamtbevölkerung ist die Asylwerberzahl (Tendenz sinkend) immer noch so hoch wie in keinem anderen OECD-Land.

Studenten über dem Schnitt

Nach Neuseeland, Australien, der Schweiz und Großbritannien hat Österreich den höchsten Anteil ausländischer Studenten: deutlich über 10 Prozent, etwa doppelt so hoch wie der OECD-Schnitt. Der zusätzliche Arbeitskräftebedarf Österreichs konnte von 1995 bis 2005 nur über Zuwanderung befriedigt werden.

Eine höhere Zuwanderung allein reicht laut OECD für Deutschland nicht mehr aus: Um den absehbaren Verlust an Arbeitskräften auszugleichen, müssten die Migranten besser integriert werden. Deutschland ist neben Japan und Italien das einzige Industrieland, in dem schon jetzt die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter abnehme. Bis 2020 könnte so die Erwerbsbevölkerung um sechs Prozent abnehmen. Bei Hochqualifizierten und im der Pflege kann der Bedarf an Arbeitskräften kurzfristig nicht gedeckt werden. (red/DER STANDARD-Printausgabe, 26.6.2007)

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