Supercomputer: 1.000-Teraflop-Grenze in Reichweite

6. Juli 2007, 15:02
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Schnellster Rechner Europas soll europäische Industrie wachküssen

Das Forschungszentrum Jülich hat am Montag, die Verfügbarkeit eines neuen IBM-Blue-Gene-Rechners ab Herbst 2007 angekündigt, der die bisherige Rechenleistung von rund 50 auf über 220 Teraflops hochschrauben wird. Mit seinen 220 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde wäre der Computer in der aktuellen Top-500-Liste weltweit auf Platz zwei, hinter einem Modell am US-Standort Livermore. Die Aufstockung des Forschungszentrums auf 65.000 Prozessoren ist Teil eines größer angelegten Ausbauprojekts, mit dem sich Jülich an die Weltspitze der Supercomputerzentren schieben will. Bis 2009 soll die Rechenleistung auf 1.000 Teraflops (ein Petaflop) anwachsen.

Eine symbolische Marke

"Die Petaflop-Grenze ist natürlich auch eine symbolische Marke. Gleichzeitig erwarten wir uns durch die angestrebte Kapazität in vielen Bereichen der Wissenschaft einen Durchbruch in der Forschung", erklärt Thomas Lippert, Leiter des Jülicher Supercomputer-Zentrums, im pressetext-Interview. Um das hochgesteckte Ziel zu erreichen, setzt Jülich neben der engen Kooperation mit IBM Deutschland auch auf die Zusammenarbeit mit anderen Zentren wie München und Stuttgart und anderen europäischen Partnern.

"Derartige Supercomputer-Zentren bieten einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil für die Industrie"

Vorangegangen war im März vergangenen Jahres die Inbetriebnahme des Supercomputers JUBL, der Lippert zufolge eine überwältigende Resonanz hervorgerufen hat. In einem nächsten Schritt gilt es nun, verstärkt die Industrie für die neuen Forschungsmöglichkeiten zu begeistern. "Derartige Supercomputer-Zentren bieten einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil für die Industrie, wenn Forschungsergebnisse und neu entwickelte Technologien rasch umgesetzt werden", so Lippert weiter. "Es ist schade, dass diese Ressourcen in Europa bisher wenig genutzt werden. Die USA sind uns dahingehend weit voraus."

Einbindung

Um die Industrie besser einzubinden, plant das Rechenzentrum neben wissenschaftlichen Projekten zukünftig auch Industrie-bezogenen Forschungsaufgaben Rechenzeit zuzuteilen. Derzeit rechnen auf den bestehenden Jülicher Supercomputern etwa 200 europäische Forschergruppen. Der neue Blue-Gene-Rechner, bestehend aus 16 telefonzellen-ähnlichen Schränken, wird wie seine Vorgänger in der Rechnerhalle des Forschungszentrums untergebracht. (pte)

  • "Alter" Blue-Gene

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