Online-Betrug: Teure Gratisangebote

6. Juli 2007, 15:04
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Schaden geht in Millionenhöhe

Ominöse Gratisangebote im Internet werden immer häufiger zur Falle für unwissende Verbraucher. Bereits 5.000 Beschwerden zählt der Internetombudsmann innerhalb weniger Monate allein für die Webseite Lebensprognose.com, auf der man seine Lebenserwartung errechnen lassen kann. "Bis vor einer Woche war auf der Webseite nicht ersichtlich, dass die Eingabe der Daten etwas kostet", erzählt Ronald Hechenberger, Projektleiter von Saferinternet.at, im Gespräch mit pressetext. Nach zahlreichen Ermahnungen steht nun über der Eingabemaske der Preis für die "Lebensprognose": 59 Euro.

"Man sollte nicht bei jedem Angebot die persönlichen Daten angeben"

Viele Konsumenten wüssten nicht, dass sie in solchen Fällen die Angebote nicht bezahlen müssen, sagt Hechenberger. "Man sollte nicht bei jedem Angebot die persönlichen Daten angeben. Vor allem sollte man sich nicht von den Rechnungen, die dann ins Haus flattern, einschüchtern lassen, sondern sich stattdessen an den Ombudsmann wenden", rät Hechenberger. Derartige schwarze Schafe wird es wohl immer geben, denn die Betreiber solcher Seiten haben ihren Sitz meist im EU-Ausland, so auch die Internet Service AG, die Betreiberin von Lebensprognose.com und weiterer dubioser Internetseiten. Dies erschwert es, die Anbieter, die gleich mehrere Webseiten gleichzeitig betreiben, dingfest zu machen. Die Internet Service AG hat ihre Adresse derzeit in der Schweiz angegeben.

"Die Dunkelziffer ist weit höher"

Allein in den vergangenen zwölf Monaten haben sich rund 25.000 Konsumenten über scheinbar kostenlose Internetangebote beschwert. "Die Dunkelziffer ist weit höher", betont Hechenberger. Der Schaden geht nach Hochrechnungen der Ombudsstelle in die Millionenhöhe. Hechenberger ortet als Ursache das Unwissen der meisten Konsumenten. "Bei Auktionen wissen die Verbraucher oft nicht, dass sie nicht per Vorauskasse bezahlen sollen", sagt er weiter. Immerhin seien die Beschwerden bei Online-Auktionen, wie auf eBay, zurückgegangen.

Sorgen

Die österreichische Filiale des Online-Auktionshaus eBay macht sich dennoch sorgen über den Wissensstand seiner Klientel und überprüft nun das Wissen der Käufer zum Thema Online-Shopping. In einem Quiz soll ermittelt werden, in welchen Bereichen die Auktionäre noch Nachhilfe benötigen, um sicher im Internet einkaufen zu können. Der Wissenstest ist Teil eines Projektes in Zusammenarbeit mit der EU-Initiative Saferinternet.at . "Wir werden die Zusammenarbeit mit der erfolgreichen EU-Initiative Saferinternet.at in den nächsten beiden Jahren nutzen, um österreichische Internetnutzer über das sichere Handeln im Internet zu informieren", erklärt Alberto Sanz, Geschäftsführer von eBay Österreich.

Schulungen

Mit den Ergebnissen des Wissenstests will Saferinternet.at seine Bildungsaktivitäten optimieren. "In jenen Bereichen, in denen erhebliche Lücken beim Sicherheitsbewusstsein deutlich werden, werden wir in Zukunft mit eBay und anderen Partnern aus der Wirtschaft gezielt Schulungsprogramme, Workshops und Veranstaltungen anbieten", so Hechenberger. Die Ergebnisse des Quiz geben auch Aufschluss über den Wissensstand der Österreicher, das heißt, ob Frauen im Internet klüger handeln, ob ältere Menschen vorsichtiger sind als junge und ob die Wiener besser Bescheid wissen als die Tiroler.(pte)

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