GAK will die Lizenz des FC Kärnten

5. Juli 2007, 16:00
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Grazer wollen Spielge­nehmigung erwerben, Sticher: "Es gibt Ge­spräche" - FC Kärnten-Präsident Steindorfer will davon nichts wissen

Graz/Klagenfurt - Österreichs lizenzloser Ex-Fußball-Meister GAK will scheinbar durch die Hintertür doch noch den Verbleib in der Fußball-Bundesliga schaffen. Wie Präsident Stephan Sticher diverse Medienberichte vom Montag bestätigte, stehen die Grazer in Verhandlungen über den Erwerb der Spielgenehmigung von Red Zac Erstligist FC Kärnten. FCK-Präsident Josef Steindorfer will von diesen Plänen allerdings nichts wissen.

Die "Rotjacken" würden bei einem Erwerb der Lizenz der Klagenfurter deren Spielberechtigung in der zweithöchsten Leistungsklasse übernehmen. "Ich möchte nicht zu große Hoffnungen wecken. Aber es gibt Gespräche, wir stehen in Verhandlung", erklärte Sticher. Er bezifferte die Chancen auf einen positiven Abschluss der Verhandlungen "mit vielleicht 30 Prozent".

Vorschläge für den Deal wären laut Sticher "von mehreren Seiten" gekommen, nun werde versucht, die Details auszuloten. Rechtsanwalt Wolfgang Rebernig prüfe derzeit die rechtlichen Voraussetzungen. Über die kolportierten 1,7 Mio. Euro, die der FC Kärnten für die Lizenz verlangen soll, verlor der 50-Jährige nicht viele Worte. "Eines ist klar. Ich werde den GAK nicht wieder in die Schulden stürzen", versicherte Sticher. Der Meister von 2004 hatte erst am 19. April erfolgreich den Zwangsausgleich geschafft.

Gespielt werde soll bei einem positiven Ende der Verhandlungen laut Sticher in Graz, auch Neo-Trainer Dietmar Pegam stehe nicht zur Diskussion. Gegen die Grazer spricht jedoch der Zeitdruck: Bereits am 31. Juli fällt der Startschuss zur Erste Liga-Saison 2007/08. Auch müssten beide Klubs noch eine Generalversammlung und der Traditionsklub GAK eine Namensänderung vornehmen.

Ganz und gar nichts von den GAK-Plänen wissen will man in Klagenfurt. "Der FC Kärnten spielt kommende Saison sicher in Fischl", zeigte sich Präsident Steindorfer nicht erfreut. Er hätte Sticher persönlich noch nie getroffen, wäre am Samstag von Manager Günther Hafner aus heiterem Himmel mit den Gerüchten konfrontiert worden. Steindorfer bestätigte jedoch auch, dass am Dienstag ein Treffen mit Austria-Kärnten-Präsident Mario Canori und Landeshauptmann Jörg Haider, der als einer der Drahtzieher des Deals gilt, stattfinden werde.

Für Österreich wäre es der zweite Lizenzverkauf innerhalb von wenigen Monaten. Bereits Anfang Mai hatte der neu gegründete Bundesligist SK Austria Kärnten den Erwerb der Spiellizenz von Pasching perfekt gemacht. Steindorfer dazu: "Pasching war ein Ausnahmefall. Wir haben eine Vision, die wir zu verwirklichen versuchen, haben eine fixe Planung, die wir auch durchziehen wollen."(APA)

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