Iran warnt Queen wegen Rushdie

5. Juli 2007, 15:29
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Parlamentspräsident: "Muslimische Welt wird Ritterschlag nicht unbeantwortet lassen"

Teheran/Wien - Der iranische Parlamentspräsident Gholam Ali Haddad Adel hat wegen der geplanten Erhebung des britisch-indischen Autors Salman Rushdie in den Ritterstand eine scharfe Warnung an die britische Königin gerichtet.

Die 80-jährige Elizabeth II. müsse sich die Frage gefallen lassen, warum sie einer Person, die "eineinhalb Milliarden Moslems beleidigt" habe, den Titel "Sir" verleihe, erklärte Haddad Adel am Sonntag nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur FARS.

Die britische Königin sollte wissen, dass die muslimische Welt den Ritterschlag für Rushdie nicht unbeantwortet lassen werde, der Ausdruck "blinder Feindschaft und reiner Irrationalität" sei, fügte der Parlamentspräsident hinzu. "Hat Salman Rushdie dem englischen Volk und der Welt durch die Veröffentlichung des Buches 'Satanische Verse' einen Dienst erwiesen?", fragte Haddad Adel.

"Glaubensabtrünniger"

Rushdie habe zudem weder ein neues Heilmittel erfunden, noch eine neue Wirtschaftstheorie entwickelt, noch Mut in der Schlacht bewiesen. Und für die Leiden der "unschuldigen irakischen Kinder die von amerikanischen und britischen Soldaten massakriert" würden, habe dieser "Glaubensabtrünnige" auch nichts getan, sagte der als Hardliner geltende Politiker.

"Salman Rushdie wurde durch die historische Fatwa von Imam Khomeini zum Tode verurteilt und die Verleihung von Titeln kann diesen Leichnam nicht ins Leben zurückholen", erklärte Hadad Adel. (APA)

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