Solaranlagen als Alternative im Geschäft mit der Sonne

29. Juli 2007, 19:13
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Neben Energie-Aktien oder Fonds, die im Umwelt- und Energiebereich investiert sind, gibt es jetzt auch die Möglichkeit einer direkten Beteiligung an spanischen Solaranlagen

Wien - Für Privatanleger, die vom Thema Energie profitieren möchten, gibt es ein Beteiligungsmodell, das Folgendes verspricht: neun Prozent Rendite, fast steuerfrei verdient, die Umwelt entlastend und außerdem als Wohltäter einem Land helfend, internationale Abkommen einzuhalten.

Konkret handelt es sich dabei um ein neues Beteiligungsmodell zum Thema "Erneuerbare Energie" des Wiener Vermögensberaters Gerhard Massenbauer. Das Unternehmen ValorSol beschäftigt sich mit der Realisierung von Projekten im Bereich der Alternativenergie und vertreibt bzw. vermittelt Beteiligungen direkt in spanische Solarkraftwerke und gibt dem Wort "Solaranlage" damit eine neue Bedeutung.

Erträge sollten fließen

"Die Erträge sind gesetzlich abgesichert und fließen, solange die Sonne scheint", erklärt Massenbauer. "Das Ergebnis richtet sich nach der tatsächlich erzielten Leistung, die sich nach der Sonneneinstrahlung richtet." Anleger können mit einer Kapitalrendite von neun Prozent p. a. rechnen, meint Massenbauer: "Und das für die Betriebsdauer von mindestens 35 Jahren. Für die Wartung wird gesorgt, die Anlagen sind auch rundum versichert." Das Anlagevolumen fängt bei 61.000 Euro pro Anlage an.

"Jeder Investor wird in Spanien eingetragener Unternehmer und besitzt seinen genau definierten Seguidor (Solarzellenanlage; Anm.), die gesamte Stromproduktion einer Anlage wird in einen Einspeisepunkt eingeliefert, der dann eine Durchschnittsstromleistung aller Seguidores abbildet", erklärt Massenbauer das Modell.

Der Ausfall einer Anlage führt nicht direkt zu einem Ausfall einer Investition oder zu einem Ertragsausfall für die Dauer der Störung. Denn der so erzeugte Strom wird an die Versorger Endesa oder auch Iberdrola verkauft. Ist die Anlage in Betrieb, fließt das Geld direkt auf das Konto des Investors. "Die Stromgesellschaften sind per Gesetz zur Abnahme des Solarstroms zum Sechsfachen des sonst üblichen Wertes verpflichtet, die Unternehmen können auch nicht aussteigen, wie das in Österreich teilweise gemacht wurde", erläutert Massenbauer. Weil die Solarzellen immer effektiver arbeiten, seien neun Prozent eher noch die Untergrenze. Spanien fördert die Solarkraft nicht ohne Hintergedanken: Das an Wasserkraft arme Land versucht so, das Kioto-Ziel zu erreichen.

Energie-Swap

Mit einem anderen Energiethema, nämlich mit den volatilen und steigenden Energiekosten, beschäftigt sich die Fortis Bank. Da die höheren Energiepreise neben den privaten Haushalten vor allem auch Klein- und Mittelbetriebe belasten, bietet die Fortis Bank Energie-Swaps zur Absicherung der Preise an.

Die Bank ist auf den Energiemärkten von Rohöl, Heizöl und Treibstoffen bis hin zu Gas, Strom und Co2-Zertifikaten aktiv, "das soll eine langfristige Planung der Energiekosten ermöglichen", erklärt Fortis Austria Treasurer Alfred Buder.

Das Modell funktioniert so: Ein Energie-Swap, etwa ein Diesel-Swap für einen Spediteur, ist eine "Wette" auf künftige Entwicklungen. Ein Swap ermöglicht Unternehmen, einen festen Preis für ein bestimmtes Produkt auf eine bestimmte Zeit zu vereinbaren. Eine physische Lieferung erfolgt nicht. Der variable Marktpreis wird für diesen Zeitraum gegen den im Vorhinein vereinbarten Festpreis getauscht. "Schließt ein Spediteur einen Swap für Diesel zum fixen Preis von 500 Euro pro Tonne ab, so zahlt er diesen Fixpreis. Steigt der Dieselpreis, bekommt er von seiner Bank den Gewinn ausgezahlt."

Zwei Richtungen

Die Mehrausgaben, die dem Spediteur an der Tankstelle entstehen, können über den Diesel-Swap wieder in die Unternehmenskasse gespült werden. Das System funktioniert aber auch in die andere Richtung: Fällt der Dieselpreis, entstehen dem Spediteur Swap-Verluste, weil er seiner Bank in diesem Fall die Differenz bezahlen muss. (Bettina Pfluger, Reinhard Krémer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.6.2007)

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    Ist die Anlage in Betrieb, fließt das Geld direkt auf das Konto des Investors.

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