Pferdesport: Stronach gräbt den Garten um

5. Juli 2007, 16:22
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74-jähriger feuert Vorstand und übernimmt Führung der Magna Entertainment Corp.

Wien - Frank Stronach und seine Hobbys. Während im Industriekonzern des 74-Jährigen ziemliche Kontinuität im Management herrscht, ist im Fußball oder Pferdesport ständiges Umgraben angesagt.

Am Freitag gab Magna Entertainment Corp. (MEC), zu der auch das Racino in Ebreichsdorf gehört, die Trennung vom erst im Februar bestellten Vorstandsboss Michael Neumann (nicht zu verwechseln mit Stronachs Austria-Statthalter Ernst Neumann) bekannt. Stronach übernimmt vorerst wieder selbst die Führung. Kurz davor war der Milliardär vor die kalifornische Rennsport-Komission geladen. Es ging um die Sanierung der MEC-Rennbahn Santa Anita. Bei Übernahme der Bahn 1998 hatte Stronach die Sanierung der desolaten Gebäude und Personalunterkünfte im Stallgelände, wo mehr Ratten als Pferde zu Hause sind, versprochen. Geschehen ist nichts.

Neumann hatte kürzlich erklärt, es sei auch nichts vorgesehen. Schließlich sind bei MEC durch hohe Verluste die Mittel knapp. "Man sollte sich nicht über das Neudekorieren des Wohnzimmers den Kopf zerbrechen, wenn das Schlafzimmer brennt", hatte Neumann während der letzten Hauptversammlung gesagt.

Stronach erklärte nun, Neumann habe einen strengen Verweis erhalten, und MEC werde kurzfristig 24 Millionen Dollar in die Santa-Anita-Sanierung stecken. Was Neumanns Abgang kostet, ist offen. Er, der aus der Telekommunikations-Industrie kam, das schwächelnde Wettgeschäft aufbauen und die Finanzen ins Lot bringen sollte, war der fünfte CEO innerhalb von sieben Jahren. (Nikolaus Dolenz - DER STANDARD PRINTAUSGABE 25.6. 2007)

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