Fahnder zerschlugen Schleppernetzwerk

2. Juli 2007, 16:53
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14 Festnahmen in Österreich - 500 Menschen aus Türkei und Kosovo in die EU geschleust

Wien - Fahnder aus Österreich und Osteuropa haben eine internationalen Schlepperbande zerschlagen. Insgesamt wurden innerhalb des vergangenen halben Jahres 91 Verdächtige festgenommen, darunter viele "Köpfe" der Organisation. Für 14 der Beteiligten klickten hier zu Lande die Handschellen, sagte Oberst Gerald Tatzgern vom Bundeskriminalamt der APA am Sonntag. Die Kriminellen sollen bis zu 500 Menschen illegal aus dem Kosovo und der Türkei über die Grenzen der EU gebracht und dabei Geld in Millionenhöhe verdient haben.

Operation "Danjube"

Seit Mitte 2006 lief die Operation "Danjube". Ermittler in Serbien, Kroatien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Slowenien und Österreich hatten die Bande im Visier. In Wien und der Steiermark forschten die heimischen Fahnder 14 Beteiligte aus, die größtenteils der "unteren Hierarchie" des Netzwerks angehört haben dürften, wie Tatzgern berichtete: darunter ein Deutscher, ein serbischer und zwölf slowenische Staatsbürger. Deren Ergreifung habe wertvolle Hinweise für die Festnahmen weiterer Verdächtiger geliefert.

Bei den mutmaßlichen Schleppern - größtenteils Männer unter 45 Jahren - handelt es sich teilweise um Menschen, die selbst in die EU geschleust wurden und mit dem "Verdienst" nun ihre Schulden dafür begleichen wollten, berichtete Tatzgern. Für den illegalen Transport in den EU-Raum knöpften sie ihren Opfern "horrende Preise" ab, so der Ermittler: etwa 2.000 bis 3.000 Euro, aber auch höhere Beträge seien keine Seltenheit gewesen.

Österreich Ziel- und Transitland

Die Route der Bande verlief zumeist von Istanbul über Tirana oder Skopje bis nach Pristina, dann weiter über Belgrad, Zagreb und Ljubljana bis zu Staaten des Schengenraumes. Transportiert wurden die Menschen in Pkws oder Kleintransportern. Entweder steckten ihnen die Schlepper falsche Reisedokumente zu oder die Personen wurden in Verstecke in den Fahrzeugen gepfercht. Österreich diente dabei sowohl als Ziel-, als auch als Transitland, erklärte Tatzgern.

Innenminister Günther Platter zeigte sich erfreut: "Dieser Fall zeigt, dass erfolgreiche Verbrechensbekämpfung nur durch professionelle internationale Kooperation möglich ist", so der Ressortchef in einer Aussendung. (APA)

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