Republik Kongo: Zahlreiche Pannen bei Parlamentswahl

9. Juli 2007, 11:01
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Wahllokale öffneten bei erster Wahlrunde vielerorts zu spät - Rund vierzig Parteien boykottieren Urnengang

Brazzaville - In der Republik Kongo ist es bei der ersten Runde der Parlamentswahl zu zahlreichen Pannen gekommen. Die Abstimmung habe in der Hauptstadt Brazzaville und in anderen Teilen des Landes zum Teil "mit Verspätung" begonnen, teilte die nationale Wahlkommission Conel am Sonntagabend mit. Die Wahllokale, die nicht plangemäß um 07.00 Uhr Ortszeit (08.00 Uhr MESZ) geöffnet hätten, sollten daher auch nach 18.00 Uhr geöffnet bleiben.

In Brazzaville öffnete fast kein Wahllokal pünktlich, zum Teil konnten die Wähler erst ab 17.00 Uhr ihre Stimme abgeben, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die Wahlhelfer begannen gegen 18.00 Uhr Ortszeit dennoch mit der Auszählung der Stimmen.

In Pointe-Noire im Südwesten Kongos habe der Urnengang vielerorts wegen fehlender Wahlunterlagen nicht abgehalten werden können, berichtete ein Journalist vor Ort. Im Bezirk Pool im Südosten des Landes wurden bisher nicht registrierte Wähler nachträglich per Hand in die Wahllisten eingetragen. In zwei Wahlbezirken im Zentrum des Landes behinderten Bewohner den Wahlgang, wie örtliche Kandidaten berichteten. Die Bewohner hatten sich demnach darüber beschwert, dass manche Namen auf den Wählerlisten fehlten, dafür aber Namen fiktiver oder verstorbener Wähler eingetragen waren. Außerdem seien Minderjährige mit Wahlscheinen angetroffen worden.

Vierzig Parteien boykottieren Wahl

Rund vierzig Parteien hatten zum Boykott der Abstimmung aufgerufen, die drei größten Oppositionsparteien des zentralafrikanischen Landes traten aber zur Wahl an. Die Kongolesen wählen die 137 Abgeordneten der ehemaligen französischen Kolonie neu; im scheidenden Parlament hat die Partei von Staatschef Denis Sassou Nguesso 115 Sitze. Nguesso ist seit zehn Jahren an der Macht. In Frankreich wurden unlängst erste Ermittlungen gegen den Präsidenten eingeleitet, weil er öffentliche Gelder veruntreut und damit Luxusimmobilien gekauft haben soll. Die zweite Runde der Parlamentswahl findet am 22. Juli statt. (APA)

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    Staatschef Denis Sassou Nguesso.

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