Bei One ist jetzt EU am Zug

9. Juli 2007, 10:35
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Closing nicht vor Herbst erwartet - Orange verzichtete in Belgien bisher sogar auf ein Rebranding

Nach Bekanntgabe der Übernahme des heimischen Mobilfunkers durch den bisherigen Minderheiteneigentümer France Télécom (bzw. dessen Mobilfunktochter Orange) in Verbund mit Investor Mid Europa konzentrierte sich am Freitag das Interesse darauf, wer Jörgen Bang-Jensen als neuer One-CEO beerben wird. Ausgelöst wurden die Spekulationen durch die überraschende schnelle Erklärung eines FT-Sprechers, der einen baldigen Personalwechsel in Aussicht stellt.

Die EU ist am Zug

Ganz so schnell wird es jedoch nicht ablaufen, denn zunächst ist die EU am Zug. Der Kaufvertrag muss jetzt in Brüssel zur kartellrechtlichen Prüfung angemeldet werden. Danach hat die zuständige EU-Behörde 30 Tage plus 10 Tage Zeit für ihre "Phase 1"-Prüfung. Branchenkenner gehen davon aus, dass die EU diese Frist insbesondere über den Sommer voll ausschöpfen wird. Vor September ist also ein Closing, und damit die Einsetzung eines neuen Managements, unwahrscheinlich.

Keinen Kommentar zu Krammer

Als Favorit für den Chefposten wird an der Gerüchtebörse der Ex-Telering-Chef Michael Krammer gehandelt, der dazu keinen Kommentar abgibt. France Télécom hat sich bereits im Zuge der Kaufverhandlungen seiner ausgezeichneten Kenntnisse des heiß umfehdeten heimischen Marktes bedient und Krammer als Konsulent beigezogen. Als Chef des deutschen Mobilfunkers E-Plus war Krammers Gastspiel zwar nur kurz. Aber die positive Entwicklung von E-Plus beruht wesentlich auf den von ihm initiierten Maßnahmen.

Geht man nach der bisherigen Vorgangsweise von Orange wird One auch nicht schlagartig als Marke verschwinden: In Spanien ließen sich die Franzosen beispielsweise ein Jahr Zeit für den Markenwechsel, in Belgien verzichteten sie bisher sogar auf ein Rebranding.(Helmut Spudich, DER STANDARD/Printausgabe vom 23.7.2007)

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