Mit Näglein bedeckt

22. Juni 2007, 20:17
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Er trägt eine metallene Rüstung und auch wieder nicht: Die Oberfläche des Wehrmanns im Eisen ist vom Kopf bis zu den monströsen Füßen mit abertausenden Eisennägeln gespickt

Im Inneren aber ist der dank Schlitzvisier furchteinflößende Riese ganz aus Holz - allein sein Schwert ist metallen. Aber wie sind die Nägel in den "Wehrmann im Eisen" gekommen oder vielmehr warum? Bisher stand der Koloss etwas versteckt unter den Arkaden in der Felderstraße neben dem Rathaus.

Seit dieser Woche ist er - vor dem Portal des neuen Museums auf Abruf stehend - etwas "sichtbarer" geworden. Anlass genug, um das Unwissen um die Geschichte des Reliktes aus dem Ersten Weltkrieg - auszuräumen. Damals gab es eine Vielzahl solcher Figuren, denen als Dank für eine Spende an die Kriegsfürsorge ein Nagel eingeschlagen werden durfte.

Die Gruppe WochenKlausur, die mit künstlerischen Interventionen, gesellschaftspolitische Defizite füllt, hat ein dreiteiliges Vortragsmodul zum Thema "kollektives Gedächtnis" entwickelt: "Was der Wehrmann wirklich war", "Was Erinnerung ist" und "Kunst und gemeinsames Erinnern". (kafe, DER STANDARD/Printausgabe, 23./24.06.2007)

>> Erster Teil am 25. 6., 9.00. Treffpunkt vorm Museum, 1010 Wien, Felderstraße 6-8. Anmeldung für weitere Teile unter (01) 4000-8400.
  • "Der Wehrmann Wiens gemahnt an die Zeit/ Da unerschöpf-lich wie des Krieges Leid/ Die Liebe war und die Barmherzigkeit."
    foto: wochenklausur

    "Der Wehrmann Wiens gemahnt an die Zeit/ Da unerschöpf-lich wie des Krieges Leid/ Die Liebe war und die Barmherzigkeit."

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