Bücher-Sommer beim Wiener O-Töne-Festival

1. Juli 2007, 19:41
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Neuigkeiten von vielen Autoren: Menasse, Franzobel, Roth, Geiger, Glavinic, Winkler, Köhlmeier, Henisch und vielen anderen - Erste Leseproben vieler Neuerscheinungen bei Wiener O-Töne-Festival

Wien - In der ersten Hälfte dieses Sommers haben Bücherfreunde noch reichlich Gelegenheit, bei ihrer Strandlektüre vorhandene Bücherstapel abzubauen. Das sollten sie auch nützen - denn im August wächst der Berg an Neuerscheinungen nahezu täglich. Von Gerhard Roth und Robert Menasse bis zu Franzobel und Michael Köhlmeier bringen auch zahlreiche prominente österreichische Autoren neue Romane heraus. Von einigen gibt es beim sommerlichen O-Töne-Festival im Wiener MuseumsQuartier bereits vor Erscheinen erste Leseproben.

Bei der Eröffnung der O-Töne liest am 12.7. (20 Uhr) Josef Winkler aus seiner bei Suhrkamp erscheinenden Novelle "Roppongi" (ca. 130 S., 15,30 Euro, ISBN 978-3-518-41921-2). Winkler wohnte vor drei Jahren im Tokioter Stadtteil Roppongi, als sein Vater im Alter von 99 Jahren starb. Dieser hatte Jahre zuvor seinen Sohn verflucht und betont, er wolle nicht, dass er zu seinem Begräbnis komme. Also blieb Josef Winkler in Japan. Das Buch wird zu einer Auseinandersetzung mit der übermächtigen Vaterfigur - selbst lesen kann man es allerdings erst im September.

Ebenfalls bei Suhrkamp, jedoch bereits im August erscheint Robert Menasses "Don Juan de la Mancha oder Die Erziehung der Lust" (274 S., 19,40 Euro, ISBN 978-3-518-41910-6, bei den O-Tönen am 16.8., 20.30 Uhr). Dieser Roman "über die verlorene Lust der Nach-68er" (Verlag) wird als das Porträt einer Generation angekündigt, "die nicht einmal einen Liter Mineralwasser verkaufen kann, ohne diese Ware erotisch zu besetzen".

Anfang August erscheint im Hanser Verlag Arno Geigers Erzählband "Anna nicht vergessen" (256 S., 20,50 Euro, ISBN: 978-3-446-20911-4, bei den O-Tönen am 23.8., 20.30 Uhr), in dem die Suche nach dem Glück und die Auseinandersetzung mit dem Scheitern im Mittelpunkt stehen. Protagonisten sind Ella, die für misstrauische Ehefrauen deren Gatten probeweise in Versuchung führt, und Gabriel, der im Fundbüro Koffer versteigert.

Ende August kommen bei Hanser "Abendland", der große neue Roman von Michael Köhlmeier (784 S., 26,70 Euro, ISBN: 978-3-446-20913-8), die Lebensbeichte des 95-jährigen Mathematikers, Weltbürgers, Dandys und Jazz-Fans Carl Jacob Candoris, die zu einer turbulenten, ironischen Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts wird, sowie "Das bin doch ich" von Thomas Glavinic (240 S., 20,50 Euro, ISBN: 978-3-446-20912-1). In dieser "furiosen Suada" (Verlag) zeigt er sich selbst als Autor beim Schreiben seines letzten Buches "Die Arbeit der Nacht" zwischen Hoffnung auf literarischen Erfolg und alltäglichen Ängsten.

Auch der dicke Roman "Das Alphabet der Zeit", mit dem Gerhard Roth im S. Fischer Verlag seinen "Orkus"-Zyklus fortsetzt, erscheint Ende August (ca. 850 Seiten, 28 Euro, ISBN 978-3-10-066060-2). "Die Erinnerung ist eine Fata Morgana in der Wüste des Vergessens", lautet das Motto für das Buch, in das der Autor seine Erinnerungen an die eigene Kindheit und sein Aufwachsen sowie seine Recherchen zur eigenen Familiengeschichte eingearbeitet hat.

Von Christoph Ransmayr erscheint Ende August bei S. Fischer "Damen und Herren unter Wasser", eine Bildergeschichte nach sieben Farbtafeln von Manfred Wakolbinger (ca. 80 S., 16,60 Euro, ISBN 978-3-10-062937-1) - Unterwasserfotografien als Inspirationsquelle für "Verwandlungsgeschichten von sieben, allein durch ihre Wasserscheue verbundenen Damen und Herren, die sich eine Tages als Meerestiere in der Tiefsee wiederfinden".

"Haus, Friedens, Bruch." heißt der neue Roman der Oberösterreicherin Margit Schreiner (Schöffling, ca. 200 S., 19,50 Euro, ISBN 978-3-89561-277-0; bei den O-Tönen am 2.8., 20.30 Uhr), der als "ein furioses Stück Rollenprosa, ein hinreißendes Buch der Einsicht über Macht und Glück und warum nichts klappt" angekündigt wird. Schreiner schreibt "über die Nachbarn, Literaturkritiker, die Jugend und die Alten, die Gläubigen und die Sandler und immer wieder über unglückliche und glückliche Paare".

Der Zsolnay Verlag bringt Anfang August eine "Liebesgeschichte" von Franzobel (ca. 208 S., 20,50 Euro, ISBN 978-3-552-05410-3, bei den O-Tönen am 30.8., 20.30 Uhr) und kündigt den fantasievollen Roman um den "Furor der Liebe" mit dem Vergleich einer "sanftmütigen Ballade einer Heavy-Metal-Band" an. Peter Henisch setzt sich mehr als 30 Jahre nach "Die kleine Figur meines Vaters" noch einmal mit seiner Familiengeschichte auseinander: "Eine sehr kleine Frau" (ca. 256 S., 20,50 Euro, ISBN 978-3-552-06067-8) - das ist seine Großmutter, die ihrem Enkel nach 1945 im zerbombten Wien auf langen Spaziergängen Geschichten erzählt hat. Das Buch erscheint Ende August ebenfalls bei Zsolnay. (APA)

  • Bei der Eröffnung der O-Töne liest am 12.7. (20 Uhr) Josef Winkler
aus seiner bei Suhrkamp erscheinenden Novelle "Roppongi" (ca. 130 S.,
15,30 Euro, ISBN 978-3-518-41921-2)
    cover: suhrkamp

    Bei der Eröffnung der O-Töne liest am 12.7. (20 Uhr) Josef Winkler aus seiner bei Suhrkamp erscheinenden Novelle "Roppongi" (ca. 130 S., 15,30 Euro, ISBN 978-3-518-41921-2)

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