Versicherungen: Es darf schon vor Begutachtung repariert werden

10. Juli 2007, 14:51
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Für Versicherungsmeldung soll der Schaden per Foto dokumentiert werden - Gesamtschäden bis zu 50 Millionen

Beschädigte Fahrzeuge, Dächer und Gebäude ließen am Tag nach dem schweren Unwetter über Ostösterreich die Telefone der Versicherungen heiß laufen. "Es kommen heute in der Früh mehr Schadensfälle herein als bei Kyrill am ersten Tag", schilderte Josef Glatzl von der Allianz Versicherung im APA-Gespräch die Situation. Bei der Generali Versicherung geht man von Schäden bis zu 50 Millionen Euro für die gesamte Branche aus.

Unwetterschäden an Gebäuden oder Fahrzeugen dürfen laut dem Versicherungsverband Österreich (VVO) schon vor einer Begutachtung durch die Versicherung selbstständig repariert werden. Am Besten sei es, den Schaden zu fotografieren, dann notdürftige Reparaturen einzuleiten und gleichzeitig einen Fachmann zu verständigen, so eine Sprecherin zur APA. Für die Meldung an die Versicherung genüge die Foto-Dokumentation.

Sturm-Hotlines

Viele Versicherungen haben nach den Zerstörungen durch den Sturm mit Spitzen weit über 100 km/h eigene Sturm-Hotlines eingerichtet. Bei der Generali Versicherung können Schäden 24 Stunden kostenlos unter 0800-20-444-00 gemeldet werden. Auch die Allianz ist unter 05-9009-9009 für Versicherte rund um die Uhr erreichbar. Die Uniqa hat unter 0800-204-5555 eine kostenfreie Hotline eingerichtet, unter der auch Kunden der Salzburger Landesversicherung betreut werden. Bei der Wiener Städtischen helfen Mitarbeiter unter der Telefonnummer 050-350-355 weiter.

Gebäudeversicherungen decken laut Allianz Versicherung Schäden wie abgedeckte Dächer, kaputte Schornsteine, eingedrückte Fenster sowie defekte Satellitenschüsseln. Ist auch die Wohnungseinrichtung in Mitleidenschaft gezogen, leistet die Haushaltsversicherung Ersatz.

Versicherungen erlebten Sturm "live"

Gewissermaßen "live" hatten die Uniqua-Mitarbeiter am Donnerstag das Unwetter über das Telefon miterlebt, berichtete Unternehmenssprecher Norbert Heller. Während in Wien noch die Sonne strahlte, gingen bereits die ersten Schadensmeldungen aus Salzburg und Oberösterreich ein. Auch am Freitag liefen die Telefone der Versicherung heiß. "Es ist deutlich mehr als an einem normalen Freitag", so Heller. Zwischen 7.00 und 8.00 Uhr seien bereits knapp 100 Anrufe registriert worden.

Schadensexperten im Einsatz

Auch bei der Generali Versicherung arbeiten Schadensexperten auf Hochtouren, um die zahlreichen Meldungen zu bearbeiten. "Österreichweit gehen wir für die gesamte Versicherungswirtschaft derzeit von versicherten Schäden in einer Größenordnung von 30 bis 50 Millionen Euro aus", so Generali-Vorstand Walter Kupec in einer Aussendung. (APA)

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