Ségolène Royal: Schon vor 2008 muss "etwas passieren"

5. Juli 2007, 14:22
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Ambitionen auf Parteichef-Amt ihres Ex-Lebensgefährten indirekt bestätigt - PS stellt am Wochenende die Weichen

Paris - Die unterlegene französische Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal hat bereits den nächsten Kampf um den Élysée-Palast im Jahr 2012 im Auge. "Wahrscheinlich" werde sie sich darum bemühen, erneut als Kandidatin der Sozialisten aufgestellt zu werden, sagte Royal am Freitag dem Fernsehsender France 2. "Ich habe Lust, weiterzumachen. Die Parteimitglieder werden das entscheiden", erklärte sie.

Wer für die Sozialistische Partei (PS) antrete, müsse dabei "nicht unbedingt" auch Parteichef sein. Royal antwortete auf die Frage, ob sie den Parteivorsitz von ihrem früheren Lebenspartner François Hollande übernehmen wolle, sie strebe in der Tat Verantwortung an, die Partei müsse rasch Weichen stellen.

Am Samstag, auf dem Parteitag der Sozialisten, sollen diese Weichen wohl gestellt werden. Der seit zehn Jahren amtierende PS-Chef Francois Hollande hatte nach der Niederlage Royals angekündigt, er wolle noch bis 2008 im Amt bleiben. Bekommt er dafür von dem Partei-Parlament am Wochenende keine Unterstützung, dürfte er sich kaum an der PS-Spitze halten können. Gestärkt wurde Hollande allerdings durch das überraschend starke Abschneiden der Sozialisten bei der Parlamentswahl am Sonntag.

Trennung

Für Turbulenzen hatte in der Partei danach gesorgt, dass Royal direkt noch am Wahlabend erklärte, sie habe sich von Hollande, ihrem langjährigen Lebenspartner und Vater ihrer Kinder, getrennt. Als Grund gab sie an, dieser habe eine Liebesaffäre mit einer anderen Frau. Bei dieser Gelegenheit hatte sie auch angekündigt, sie wolle sich um seine Nachfolge an der PS-Spitze bewerben.

Nun sagte Royal auf die Frage, ob sie Hollande beerben wolle, sie sei "nicht Kandidatin für alles". Sie wolle aber "tatsächlich Verantwortung übernehmen, sobald dies die Mitglieder entscheiden". Der Präsidentschaftskandidat der Sozialisten müsse aus ihrer Sicht "nicht zwangsläufig" auch Parteichef sein. Beide müssten aber dieselbe Linie vertreten. Royal verlangte, dass die PS-Mitglieder "so schnell wie möglich" zu "einer bestimmten Anzahl von Optionen" befragt werden müssten. Schon vor den Kommunalwahlen im März 2008 müsse "etwas passieren" müsse, verlangte sie. Die PS könne es sich nicht leisten, Veränderungen so lange aufzuschieben. (APA)

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    Für Turbulenzen hatte in der Partei danach gesorgt, dass Royal direkt noch am Wahlabend erklärte, sie habe sich von Hollande, ihrem langjährigen Lebenspartner und Vater ihrer Kinder, getrennt.

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