Ifo-Index taucht ab

17. Juli 2007, 14:49
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Die Stimmung in den deutschen Unternehmen verschlechtert sich. Das wichtigste Stimmungs­barometer gibt für Juni überraschend nach

München - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat einen kräftigen Dämpfer erhalten. Der ifo-Geschäftsklimaindex fiel im Juni überraschend von 108,6 auf 107,0 Punkte. Die aktuelle Lage, vor allem aber die Aussichten für das nächste halbe Jahr wurden von den befragten Unternehmen deutlich weniger günstig beurteilt als noch im Mai, wie das Institut am Freitag in München mitteilte. Beide Komponenten seien "aber nach wie vor auf einem hohen Niveau und sprechen für eine weiterhin robuste Konjunktur", betonte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Wendepunkt nicht in Sicht

"Ich sehe noch keinen Wendepunkt für das konjunkturelle Wachstum", sagte ifo-Experte Hans Günter Russ am Freitag im Gespräch mit Reuters. Die Konjunktur sei weiter robust. Der Aufschwung werde sich fortsetzen. Die deutliche Erhöhung der Mehrwertsteuer zum Jahresbeginn wirke sich kaum noch aus und sei auf bestimmte Branchen wie den Kfz-Sektor beschränkt.

Der Teilindex zur Bewertung der aktuellen Geschäftslage sank von von 112,5 auf 111,4 Punkte, der Teilindex für die Geschäftserwartungen fiel sogar von 104,8 auf Punkte auf 102,8 Punkte. Im April und Mai hatte der ifo-Geschäftsklimaindex mit 108,6 Punkten einen der höchsten Werte seit der deutschen Wiedervereinigung erreicht. Die meisten Beobachter hatten wegen der gestiegenen Zinsen und Ölpreise einen leichten Rückgang erwartet.

Exportgeschäft mit Optimismus

Die Industrieunternehmen schätzen ihre aktuelle Geschäftslage zwar weiterhin positiv, die Perspektiven aber "deutlich weniger zuversichtlich" ein, erklärte Sinn. Unverändert optimistisch sähen sie ihr künftiges Exportgeschäft. "Sogar etwas zugenommen haben die Meldungen über einen geplanten Personalaufbau." Auf dem Bau wird die Lage fast unverändert beurteilt, aber die weiteren Aussichten sind deutlich ungünstiger.

Umgekehrt ist es im Einzelhandel: Die Unternehmen stufen ihre aktuelle Situation ungünstiger ein, ihre Perspektiven für die kommenden sechs Monate haben sich jedoch aufgehellt. Im Großhandel hat sich die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage ebenfalls stark verschlechtert, aber auch die Erwartungen haben sich abgeschwächt.

Das ifo-Institut ermittelt das Geschäftsklima auf Grund der Befragung von 7.000 Unternehmen aus Industrie, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel. Der Index hatte im Jänner 2006 erstmals nach fünf Jahren wieder die Marke von 100 Punkten übersprungen und im Dezember 2006 mit 108,7 Punkten den höchsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung erreicht. (APA/AP/Reuters)

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