KKR ist ebenfalls IPO-Kandidat

8. Juli 2007, 19:38
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Der bevorstehende Börsengang des US-Finanzinvestors Blackstone findet offenbar Nachahmer

New York/Washington - Der bevorstehende Börsengang des US-Finanzinvestors Blackstone findet offenbar Nachahmer. Der Konkurrenz-Fonds KKR beauftragte nach Informationen des US-Finanzsenders CNBC vom Donnerstag zwei Großbanken damit, Vorbereitungen für einen eigenen Gang aufs Parkett zu treffen.

KKR wolle zunächst das für Freitag erwartete Debüt des Branchenriesen Blackstone an der Wall Street abwarten und dann eine eigene Entscheidung treffen, hieß es. Im vergangenen Jahr hatte KKR die eigens gegründete Tochtergesellschaft PEI an die Amsterdamer Börse gebracht und dabei gut fünf Milliarden Dollar (3,73 Mrd. Euro) kassiert.

An der Wall Street in New York wurde mit Spannung auf den Debütanten Blackstone gewartet, der am Freitag 12,3 Prozent seines Kapitals an die Börse bringen sollte. Dafür könnte Blackstone mehr als vier Milliarden Dollar einsammeln. Der Investor will offenbar die gute Stimmung für Börsengänge von Beteiligungsfirmen ausnutzen und kräftig Kasse machen. Für eine Notierung muss Blackstone allerdings seine Bücher weitgehend offen legen. Bislang hatte Firmenmitgründer Stephen Schwarzman keine Gelegenheit ausgelassen, gegen diese Bestimmung zu wettern.

Vorbehalte im Konkress

Der Börsengang der Beteiligungsgesellschaft trifft auf Vorbehalte im US-Kongress, aus dessen Reihen eine Verschiebung des IPO (Initial Public Offering) beantragt wurde. Der Vorsitzende des zuständigen Ausschusses im Repräsentantenhaus, Henry Waxman, bat die Börsenaufsicht (SEC) am Donnerstag, zunächst eine Anhörung im Kongress abzuwarten. In dem Brief des Demokraten Waxman an SEC-Chef Christopher Cox heißt es, der Börsengang werfe Fragen auf. Die Öffentlichkeit und potenzielle Investoren würden durch den IPO neuen Unsicherheiten ausgesetzt. Auch fehlten notwendige Schutzmaßnahmen. Besonders die jüngste Milliardeninvestition der Volksrepublik China bei Blackstone könnte die Sicherheitserfordernisse der USA beeinträchtigen, da der Finanzinvestor etwa an Software-Zulieferern für die US-Armee beteiligt sei.

Der genaue Ausgabekurs der geplanten Blackstone-Aktie sollte noch am Donnerstag bekannt gegeben werden. Blackstone ging jüngst von einem Preis zwischen 29 und 31 Dollar für jede der 133,3 Millionen Aktien aus. Damit beliefe sich das Gesamtvolumen auf 4,75 Milliarden Dollar. Wegen der hohen Nachfrage dürfen die den IPO begleitenden Banken zusätzliche 20 Millionen Aktien verkaufen. Laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" ist sechsfach überzeichnet. Die Investoren rissen sich um die Aktien, berichtet das Blatt am Donnerstag unter Berufung auf mit der Situation vertraute Kreise.

Schwarzman und Peter Peterson, beide ehemalige Top-Manager bei der US-Investmentbank Lehman Brothers, hatten Blackstone 1985 mit 400.000 Dollar gegründet. Seitdem ist das Blackstone-Kapital auf mehr als 88 Milliarden Dollar angewachsen. Mit einem Börsengang könnten sie ihr ohnehin stattliches Vermögen auf einen Schlag deutlich vermehren. Der Börsengang wurde offenbar durch einen Gesetzentwurf beschleunigt, der letzte Woche im US-Senat eingebracht wurde. Er sieht für Private-Equity-Firmen eine Erhöhung der Steuerlast von 15 auf 35 Prozent vor. Dies könnte an der Börse Anstoß für eine Neubewertung geben. (APA/AFP/Reuters)

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