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Toronto ist multikulti, ganz wie es sich für eine Hafenstadt gehört. Die Kulturen mischen sich hier ebenso selbstverständlich wie alte und neue Architektur.

Little India in Toronto.
Erzählt man, dass es morgen weiter nach Montréal geht, macht sich Begeisterung breit: "Oh Montréal, it's so European!". Toronto und Montréal haben ihr spezielles Image: Das größere Toronto gilt als das New York Kanadas. Montréal hingegen ist so etwas wie das Paris des Landes, nicht nur, weil es frankofon ist. Falsch ist diese Einteilung natürlich nicht, aber sie verdeckt so manche Gemeinsamkeit: Beide Städte haben enormes multikulturelles Flair. Sie punkten mit Urbanität, die auf eine umwerfend entspannte Art ihrer Bewohner trifft. Neue Architektur steht zwanglos neben alter, und eine ähnlich tolerante Lebenshaltung findet man sonst nur in Skandinavien.
Toronto ist eine boomende Stadt - kein Wunder, die Wirtschaft läuft gut, Kanada sucht nach wie vor Arbeitskräfte aus dem Ausland: Rund 500 Leute ziehen pro Tag in Kanadas größte Stadt. Dass Toronto mittlerweile auf die fünf Millionen zugeht, merkt man aber eigentlich nur, wenn man den Turbolift auf den CN-Tower - mit 553,5 Metern das höchste frei stehende Gebäude der Welt - nimmt. Abends verwandelt sich die Stadt in ein nicht enden wollendes Lichtermeer.
Tagsüber kann man seinen Mut beweisen, indem man jenes Eckchen Glasboden betritt, das auf 342 Metern einen adrenalinstarken Blick nach unten freigibt. Trotz seiner unermüdlichen Expansion quillt Toronto, zumindest bis jetzt, nicht aus den Fugen: Die wichtigsten Ecken sind fast alle zu Fuß erreichbar. Links und rechts schießen im Business-District Wolkenkratzer hinauf - doch gleich um die Ecke fühlt man sich wieder wie in einem Dorf: In Chinatown steht ein rotes Ziegelhäuschen gemütlich neben dem anderen.
Über hundert ethnische Gruppen leben in Toronto - keine Kultur ist dominant. Bruce Bell, der kundigste Touristenführer der Stadt, bietet Walking Tours durch die verschiedensten Neighbourhoods an und kennt jeden Zweiten auf der Straße: "Das ist die Ex-Freundin von Jim Carrey", sagt er, "sie ist immer noch traurig, dass er damals von hier weggegangen ist" - und umarmt eine schmächtige Frau.
"Griaß euch, i bin die Burgi", sagt die Frau in breitem steirischen Akzent und hält ein Prachtstück von einem Apfelstrudel in die Höhe. Mit "World's best Appel Strudel" wirbt das Kaffeehaus "Konditor", das in Torontos noblem Viertel "The Beaches" liegt. Hier gibt es sogar Spaß für Hunde, und auch sonst viel Luxus: Man fühlt sich nämlich wie am Meer. Der riesige Ontariosee liegt prachtvoll und uferlos da - er ist zwar an den meisten Stellen zu stark verschmutzt, als dass man baden könnte, aber "The Beaches" hat eindeutig Florida-Feeling.
Falscher Körperkult kommt im Café der gebürtigen Österreicherin Burgi Riegler und ihrer Partnerin Burnie Stellino allerdings nicht auf. Bestellt man ein "Diet Coke" meint Burnie streng: "We don't do diet." Und nicht nur der Apfelstrudel schmeckt üppig und prächtig. Burgi bringt die relaxte Offenheit und den entspannten multikulturellen Charme von Toronto auf den Punkt: "Jeder hier ist ein Ausländer."
Montréal ist die zweitgrößte Stadt Kanadas und die einzige frankofone Amerikas. Und Montréal ist eine 50 Kilometer lange Insel, auf der 1,8 Millionen Menschen leben: Dort, wo der St. Lawrence und der Ottawa-Fluss zusammenfließen, entstand im 17. Jahrhundert Kanadas erstes großes Handelszentrum.
Heute ist Montréal mit seinen vielen Parks eine grüne Radfahrerstadt. Man spricht zwar offiziell Französisch, de facto aber besteht die Stadt aus einem faszinierenden Sprachgewirr - von französischem Sprachsnobismus jedenfalls keine Spur. Das Leben ist günstiger als in Toronto, und die Lebensqualität ist hoch. Montréal ist très chic, jung und ausgehfreudig.
Mindestens ein Mal in der Woche geht man als typischer Montréaler unbedingt auswärts essen, trotzdem kennt man wahrscheinlich nur einen Bruchteil der Lokale: 6000 Restaurants soll es hier geben, mit 80 verschiedenen lokalen Küchen. 900 Feste und Festivals stehen pro Jahr an.
Selbst im Winter, wenn es minus 20 Grad hat, muss man nicht daheim bleiben: Auf zweiunddreißig Kilometern erstreckt sich die so genannte "Underground City", ein riesiges unterirdisches Shopping-Areal mit 600 Geschäften und 200 Restaurants. Wenn man günstig wohnt, steigt man im Winter ohne Jacke direkt vom Wohnhaus in die U-Bahn, schlendert durch die Underground-City und taucht wieder im Büro auf: ohne draußen in der Kälte gewesen zu sein.
Schon beim Anflug präsentiert sich Montréal prächtig grün. Die Reihenhäuschen am Stadtrand können noch so klein sein, ein Pool drängt sich doch in den Garten. Als vor einigen Jahren, in einem Jahrhundertsommer, die Friedhofswärter mit Streik drohten, wenn sie keine kurzen Hosen anziehen dürften, hatten sie sich nicht nur damit durchgesetzt: Es wurde ihnen auch am Friedhof ein Swimmingpool gebaut. So viel Savoire-vivre muss schon sein! Montréal hat zwar auch Chinatown und Gay-Viertel - beide bestehen aus je einer Straße - grundsätzlich ist die Stadt ethnisch durchmischter als Toronto. Man grenzt sich nicht so streng voneinander ab.
Und auch die Natur liegt praktisch vor der Tür: Im Parc Mont-Royal, von wo aus man den schönsten Blick auf die Stadt hat, kann es einem schon passieren, dass inmitten der vielen Eichhörnchen sogar ein Stinktier an einem vorbeiwuselt. Aber keine Panik: Selbst die sind so freundlich und entspannt wie ihre menschlichen Mitbewohner. (Karin Cerny/Der Standard/Rondo/15.6.2007)
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http://derstandard.at/?url=/?id=3225397
toronto waiting..
dennoch hat toronto einen bleibenden u. überaus positiven eindruck hinterlassen. in vielen dingen sehr us-artig (im positiven, ein bissl wie ny/manhattan) aber recht relaxt u. freundlich. montreal dagegen wirkt so als hätte man eine mittelgrosse stadt in frankreich mit einer pumpe etwas aufgeblasen ;) naja, das ist nat. sehr subjektiv...
im gegensatz zu vielen europäischen ländern, normal behandelt werden und nicht wie untermenschen, zweitklassige schmarotzer, die gekommen sind um den anständigen etwas wegzunehmen.
ja, in kanada fühlen sie sich gleichberechtigt.
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