"Reich der Wünsche" liegt im Internet

6. Juli 2007, 15:05
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Die Internetplattform wishdom will sich den kleinen Träumen der Menschen annehmen und "Wünscher" und potenzielle "Geber" zusammenbringen

"Die Idee ist eigentlich ganz einfach", sagt Ulrich Sauerwein. "Jeder Mensch hat Wünsche. Mit unserer Plattform wollen wir Menschen einen Ort geben, an dem sie diese platzieren können, aber vielleicht auch dem einen oder anderen helfen können, dass sein Traum wahr wird."

Wünsche

Am 25. Juni startet der deutsche Unternehmer gemeinsam mit dem Österreicher Christoph Klinger (er ist auch Geschäftsführer der Werbeagentur BBDO Österreich) das erste Internet-Wunschportal www.wishdom.at.

Drei Zielgruppen stehen dabei im Fokus: Zum einen die so genannten "Wisher", die sich große und kleine Wünsche erfüllen möchten, auf der anderen Seite die "Giver", Menschen, die etwas verschenken oder vergeben möchten - vom kostenlosen Klavierunterricht bis zum Segeltörn mit einer Luxusyacht. Und die kommerziellen "Giver", Unternehmen, die wishdom als innovatives Kommunikationsinstrument einsetzen, bei dem sie neben Bekanntheit etwa über Fragebögen Marktinformationen sammeln können.

Ablauf

Und so soll das ganze funktionieren: Wer auf www.wishdom.at einen Wunsch platzieren oder sich auf das Angebot eines Givers bewerben möchte, meldet sich zunächst im Mitgliederbereich an. Das ist für Teilnehmer ab 16 Jahren möglich. Nach der Anmeldung kann jeder Teilnehmer in der Rubrik "Mein Wunsch" sich selbst und seinen persönlichen Wunsch vorstellen. Einmal im Monat wählt dann die wishdom-Community den "besten" Wunsch, für dessen Realisierung wishdom die Kosten übernimmt. Zum Auftakt gibt es ein Reisebudget, um zwölf Monate lang die Welt nach einer selbst gewählten Reiseroute zu erkunden, aber auch die Fixkosten für die Wohnung zu Hause gesichert zu wissen.

Kostenlos ist für registrierte Wisher auch die Bewerbung auf kommerzielle Angebote von Unternehmen. "Bewirbt sich der Wisher auf das Angebot eines Givers, entrichtet der er dafür eine Teilnehmergebühr von maximal 2,59 Euro", erläutert Sauerwein Details zur Kostenseite.

Prüfende Scouts

Wunscherfüller wiederum können ihre Geschenke und die Bedingungen, die der "ideale" Wisher erfüllen muss, in der Rubrik "Mein Angebot" an wishdom weiterleiten. Nach einer inhaltlichen Prüfung wird das Angebot kostenlos mit einem Bewerbungsbogen veröffentlicht. Die Wishscouts des Wunschportals prüfen die eingehenden Bewerbungen und leiten die infrage kommenden Kandidaten an den Giver weiter.

Tests

In der Probephase wurden Sauerwein und Klingler zufolge von der Testcommunity binnen drei Tagen 500 Wünsche deponiert, darunter sehr berührende. "Einer von ihnen bat zum Beispiel um Unterstützung bei der Suche nach seinem leiblichen Vater", berichtet Klingler.

Geholfen werden konnte auch schon einem privaten, älteren "Giver", der vor einem großen Umzug steht und für seinen Mercedes Coupé einen Liebhaber suchte, bei dem der Wagen in "wirklich" guten Händen ist.

Kapital

Das wishdom Startkapital stammt von privaten Investoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein Teil des Gewinnes will die Betreiberin der Plattform, die wishdom AG mit Sitz in der Schweiz, künftig in die wishdom international foundation - eine Stiftung, die soziale und kulturell motivierte Wünsche fördert - investieren. Wie viel die Anfangsinvestitionen betragen haben, verraten Sauerwein und Klingler nicht, es aber "nicht wenig" gewesen. In "frühestens zwei Jahren" rechnen sie damit, dass der Return on Investment (ROI) erreicht sei.

Parallel mit Österreich geht die "Wunschseite" am 25. Juni auch in Deutschland an den Start. Nach der Schweiz und Großbritannien sollen noch heuer weitere europäische Länder folgen. Als nächstes sollen die USA angegangen werden. Haben auch die Wishdom-"Väter" Träume, die sie gern erfüllt wissen möchten? "Ja", sagt Sauerwein, "wir wünschen uns, dass in einem Jahr www nicht nur als Akronym für das World Wide Web, sondern auch für World Wide Wishdom steht." (Karin Tzschentke / DER STANDARD Printausgabe, 22.06. 2007)

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