"Märtyrer" werden am 28. Oktober in Rom selig gesprochen

11. Juli 2007, 16:25
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Größte Seligsprechungsfeier der Kirchengeschichte für 498 Opfer der Kirchenverfolgung während der Republik-Zeit

Madrid - Am 28. Oktober findet in Rom die größte Seligsprechungsfeier der Kirchengeschichte statt. Insgesamt werden 498 spanische "Märtyrer" der antireligiösen Verfolgung in den dreißiger Jahren in der Zeit der Zweiten Spanischen Republik zur "Ehre der Altäre erhoben", wie Kathpress unter Berufung auf spanische Medien berichtete.

Die vatikanische Heiligsprechungskongregation hatte am 1. Juni mehr als 300 Märtyrer anerkannt, unter ihnen rund 100 Spanier, die in der aktuellen Zahl von 498 eingeschlossen sind. Mehr als 300 Märtyrer waren bereits vorher anerkannt worden. 98 der neuen Märtyrer waren Augustinerpatres bzw. -novizen. Mehr als 50 Märtyrer kamen jeweils aus Gemeinschaften der Dominikaner, der Salesianer Don Boscos und der Schulbrüder.

Der jüngste der 498 Märtyrer war der Salesianer-Ordensaspirant Federico Cobo Sanz aus der Erzdiözese Valladolid. Er erlitt am 22. September 1936 im Alter von 16 Jahren das Martyrium in Puerta de Hierro (Madrid).

In jenem Teil Spaniens, der nach der Erhebung von General Francisco Franco am 17. Juli 1936 unter der Kontrolle der republikanischen Regierung verblieb, wurden zahlreiche Priester und Ordensleute ermordet. Johannes Paul II. sprach 1992 erstmals Märtyrer aus diesen Tagen - die "51 von Barbastro" - selig.

Auch die größte Seligsprechung in der Amtszeit Johannes Pauls II. hatte 2001 spanische Märtyrer betroffen. Es handelte sich um 233 Priester, Ordensleute und Laien. Sie alle waren wegen ihres Glaubens in der spanischen Kirchenverfolgung 1936 umgebracht worden; nicht weniger als 226 von ihnen starben in der heutigen autonomen Region Valencia.

Paul VI. hatte alle Seligsprechungsprozesse der spanischen Märtyrer der dreißiger Jahre still gelegt. Allerdings war damals Franco noch am Leben. Unter seiner mit Hilfe des faschistischen Italien und Nazi-Deutschlands errichteten Diktatur (1939 bis 1975) wurden weitaus mehr Menschen ermordet als unter der Herrschaft der Republikaner.

Selbst wenn nach dem Tod Francos eine Versöhnung zwischen den "beiden Seelen" Spaniens - der überaus frommen und der extrem kirchenfeindlichen - stattfand, beginnen im Zug der Seligsprechungsverfahren der Märtyrer die alten Wunden wieder zu bluten. (APA)

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